Das Gerichtsverfahren für den PSG-Verteidiger schreitet voran
Die französische Justiz hat entschieden, dass Achraf Hakimi, der marokkanische Star von Paris Saint-Germain, wegen Vergewaltigung vor Gericht gestellt wird. Die Entscheidung fällt fast ein Jahr nach Einreichung der ersten vorläufigen Anklagen.
Seine Anwältin Fanny Colin gab am Dienstag bekannt, dass sie gegen die Anordnung Berufung einlegen werde. Die Staatsanwaltschaft von Nanterre hatte seit August letzten Jahres empfohlen, den Fall vor Gericht zu bringen.
„Ich erwarte ruhig einen Prozess, der es ermöglichen wird, die Wahrheit öffentlich ans Licht zu bringen“, schrieb Hakimi in seinen sozialen Netzwerken.
Der Vorwurf stammt von einer 24-jährigen Frau, die behauptet, der Fußballer habe sie im März 2023 in ihrem Haus am Stadtrand von Paris angegriffen. Hakimi hat jegliche Unregelmäßigkeit vom ersten Moment an bestritten.
Zwei gegensätzliche Versionen
Anwälte präsentieren völlig gegensätzliche Geschichten. Rachel-Flore Pardo, Vertreterin der Klägerin, sagte, ihre Mandantin habe die Nachricht vom Prozess mit „Erleichterung“ aufgenommen.
„Es stimmt voll und ganz mit den Beweisen in der Akte überein“, erklärte Pardo.
Hakimis Verteidigung übt jedoch scharfe Kritik an dem Vorgang. Fanny Colin versichert, dass sich der Vorwurf ausschließlich auf die Aussage einer Frau stützt, die ihrer Meinung nach die Ermittlungen behindert hat.
„Er lehnte medizinische Untersuchungen, DNA-Tests und den Zugang zu seinem Mobiltelefon ab“, argumentierte Colin, der hinzufügte, dass psychologische Untersuchungen einen „Mangel an Klarheit“ in den gemeldeten Fakten zeigten.
Pardo reagierte mit einer umfassenderen Überlegung zum Umfeld des Profifußballs:
„Es gibt immer noch Umgebungen, in denen die ‚Me Too‘-Bewegung die Schallmauer noch nicht durchbrochen hat.“
Währenddessen erreicht im Sportbereich der Schatten des Falles den Presseraum. Luis Enrique, PSG-Trainer, wurde an diesem Dienstag gefragt, ob die Situation Auswirkungen auf die Mannschaft oder Hakimis Rolle als Vizekapitän habe.
Die Antwort des spanischen Strategen war kurz und eindringlich: „Das alles liegt in den Händen der Gerechtigkeit“. Das Schlüsselspiel gegen Monaco in der Champions League bleibt die unmittelbare Priorität.
Jetzt müssen wir warten. Der Verhandlungstermin steht noch nicht fest, das Gerichtsverfahren ist jedoch bereits im Gange. Ein Weltfußballtalent und ein schwerer Vorwurf – zwei Realitäten, die vor Gericht aufeinanderprallen.




