Das Tradwife-Phänomen hat auf digitalen Plattformen Figuren wie die Spanierin Rocío López Bueno (RoRo) gefunden, die ein Ideal von Häuslichkeit, aufwändiger Küche und Ästhetik der Sechzigerjahre propagiert. Hinter diesem Trend, der eine Debatte über Geschlechterrollen auslöst, bleiben Ehemänner – die wichtigsten direkten Nutznießer dieser Dynamik – für das Publikum nahezu unsichtbar.
Die Rolle des Mannes
Fachleute für Kulturanalyse und Soziologie warnen, dass diese digitalisierten Darstellungen eine Fata Morgana seien. Viele Künstlerinnen stellen für Werbeverträge Beträge in Rechnung, die weit über dem Einkommen ihrer Ehemänner liegen, denen sie angeblich dienen. Die Figur des traditionellen Ehemanns wird als wohltätiges Accessoire oder sekundärer Geldgeber projiziert. Dieses starre Drehbuch erzeugt gegenseitige Abhängigkeit und verewigt die Abwesenheit emotionaler und häuslicher Mitverantwortung.
Auf globaler Ebene ist die Ungleichheit des Interesses offensichtlich: Die Profile der YouTuber sammeln zig Millionen Follower, während die Accounts ihrer Partner eine viel geringere Medienwirkung verzeichnen, wobei die Reden als flach oder langweilig eingestuft werden.
Soziologen und Forscher bedauern, dass diese Art von Inhalten ungleiche Beziehungen zwischen jungen Menschen normalisieren und die Kluft zwischen den Geschlechtern bei der Verteilung von Betreuungsaufgaben vertiefen, während die Zahl der Frauen, die ihren Arbeitsplatz nach der Mutterschaft aufgeben, weiter steigt.




