Die Vergangenheit, die nicht gelöscht werden kann
Aus Dokumenten des nicht mehr existierenden Federal Security Directorate (DFS) geht hervor, dass der inzwischen ehemalige Gouverneur von Sinaloa, Rubén Rocha Moya, seit seiner Jugend überwacht wurde. Der Grund? Sein Engagement in linken Studentenbewegungen.
Aus den im Generalarchiv der Nation (AGN) aufbewahrten Akten geht hervor, dass die DFS seit 1968 in seine Fußstapfen trat, als er als normalistischer Führer in der Föderation der sozialistischen Bauernstudenten Mexikos (FECSUM) aktiv war.
„Er steht in Verbindung mit angeblichen Verbindungen zu Guerillagruppen, insbesondere zur von Lucio Cabañas angeführten Bewegung“, heißt es in den Akten aus den siebziger Jahren.
Der Geheimdienst wies darauf hin, dass einige Lehrer mit sozialistischen Tendenzen Beziehungen zu diesen Organisationen hätten. Rocha Moya war einer von ihnen.
Von den Klassenzimmern auf die Straße
Die Überwachung hörte auch in den Achtzigern nicht auf. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits Gewerkschaftsführer an der Autonomen Universität Sinaloa und leitete Arbeitermobilisierungen. Sein Sprung in die Politik als Abgeordneter der Einheitlichen Sozialistischen Partei Mexikos bestätigte nur, was die DFS bereits wusste: Dieser Typ würde nicht den Mund halten.
Ironie des Schicksals: Dasselbe System, das ihn vor Jahrzehnten ausspionierte, hatte ihn heute als Gouverneur. Chance? Geheimdienstkarten gehen hierzulande nie ganz verloren.




