Die Liste ist lang und Mexiko steht darauf
Die Trump-Administration hat gerade eine weitere Zündschnur im ohnehin schon komplexen Welthandelsgeschehen angezündet. Das Büro des Handelsbeauftragten (USTR) kündigte formelle Ermittlungen gegen mehr als ein Dutzend Volkswirtschaften an, darunter Mexiko, die Europäische Union und China.
Der offizielle Grund besteht darin, nach unfairen Handelspraktiken im Zusammenhang mit überschüssigen Industriekapazitäten zu suchen. Mit einfachen Worten: Länder, die viel mehr produzieren als sie verbrauchen, überschwemmen die Märkte.
„Wir hoffen, dass diese Untersuchung eine Reihe unfairer Handelspraktiken aufdecken wird“, sagte der Handelsbeauftragte Jamieson Greer in einem Telefonat mit Reportern.
Und was passiert, wenn sie etwas finden?
Der Weg ist klar: Sollten Unregelmäßigkeiten festgestellt werden, wird Washington höchstwahrscheinlich zusätzliche Zölle erheben. Es ist das gleiche Drehbuch wie Abschnitt 301, ein Gesetz aus dem Jahr 1974, das Trump bereits als Hammer benutzt hat.
Das Merkwürdige ist, wer nicht auf der Liste steht: Kanada. Obwohl er ein wichtiger Partner war, war er gerettet… vorerst. Der Fokus liegt auf Volkswirtschaften mit großen Handelsüberschüssen mit den USA.
Die USTR argumentiert, dass diese weltweite Überkapazität „die Produktion und neue Investitionen in den Vereinigten Staaten beeinträchtigen könnte“. Sie stellen fest, dass die Fabriken weltweit im Jahr 2024 nur zu 75–76 % ihrer Kapazität arbeiteten, was unter dem als gesund geltenden Niveau liegt.
„Die Vereinigten Staaten werden ihre industrielle Basis nicht länger zugunsten anderer Länder opfern“, warnt die offizielle Erklärung und markiert damit eine harte Linie.
Für Mexiko ist das Risiko real und greifbar
Derzeit gilt für alle Partner ein allgemeiner Tarif von 10 %. Aber diese neue Forschung weist auf etwas Spezifischeres und Strafenderes hin. Und das Timing ist der Schlüssel.
Greer sagte, man wolle die Untersuchungen abschließen, bevor der allgemeine Tarif (§ 122) ausläuft. Die Uhr tickt: Sie haben etwa 150 Tage. Sie haben bereits um Konsultationen mit den betroffenen Regierungen gebeten.
Es drohen öffentliche Anhörungen und ein beschleunigter bürokratischer Prozess. Für Mexiko bedeutet dies eine weitere Spannung innerhalb der USMCA, gerade als wir dachten, die Regeln seien klar.
Die offizielle Rhetorik ist eindringlich: Lieferketten zurückführen und gut bezahlte Arbeitsplätze auf amerikanischem Boden schaffen. Aber dahinter steckt eine umfassendere geopolitische Botschaft: Der Handelskrieg endete nicht, er mutierte nur.
Und in der Zwischenzeit warten binationale Familien und Unternehmen erneut und beobachten, wie die in Washington getroffenen Entscheidungen ihre alltägliche Wirtschaft verändern können.




