Der Fall, der nicht geschlossen werden kann
Die Staatsanwaltschaft von Mexiko-Stadt hat gerade eine klare Botschaft gesendet: Die Ermittlungen zum Tod der beiden Fotografen beim letztjährigen Axe-Ceremonia-Festival sind noch nicht abgeschlossen. Es ist kein nasses Papier.
In einer am Freitagabend veröffentlichten Erklärung äußerten sie sich energisch:
„Die Ermittlungen im Zusammenhang mit den Ereignissen, die sich am 5. April 2025 während des AX Ceremonia-Festivals ereigneten, sind weiterhin aktiv und dauern an.“
Aber hier nimmt das politische – und menschliche – Drama seinen Höhepunkt an. Denn während die Staatsanwaltschaft allgemein spricht, spricht eine Familie mit Vor- und Nachnamen.
Zwei Versionen, eine Tragödie
Die Familie von Berenice Giles, einer der verstorbenen Fotografen, versichert, dass es bereits Angeklagte gibt. Ihren Angaben zufolge wurde ihnen am 20. Januar mitgeteilt, dass die Unternehmen Ocesa (der Veranstalter) und Seguridad Privada Lobo wegen Mordes angeklagt wurden.
Berenices Vater, Raúl Giles, sagte es öffentlich mit seinem Anwaltsteam. Sie sprachen von einer direkten Mitteilung des öffentlichen Ministeriums Karina Granados Peralta.
Doch dann betritt Ocesa die Bühne – und bestreitet den Major. In einer separaten Erklärung gibt das Unternehmen an, dass gegen das Unternehmen Ermittlungen eingeleitet werden, aber keine Anklage erhoben wird.
„OCESA gehört zu den in der Untersuchung berücksichtigten Unternehmen […] und wurde bisher nicht von den zuständigen Behörden angeklagt.“
Wer sagt die Wahrheit? Die Staatsanwaltschaft ist sehr vorsichtig: Sie verspricht, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, strafrechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen einzuleiten und – das ist das Wichtigste – keine Schlussfolgerungen zu ziehen.
Mein journalistischer Verstand sieht Folgendes: eine Familie, die nach konkreter Gerechtigkeit schreit, ein Unternehmen, das sein rechtliches Image schützt, und eine Staatsanwaltschaft, die auf Messers Schneide steht. Jedes Wort wiegt wie Blei.
Klar ist nur, dass dieser Fall noch offen ist. Und derweil warten zwei Familien auf Antworten, die über die Aussagen hinausgehen.




