Sheinbaums zweiter Akt: eine verkürzte Wahlrechtsreform
Nach dem lauten Türknall, der ihr letzte Woche im Abgeordnetenhaus zuteil wurde, saß Claudia Sheinbaum nicht untätig da. Diesen Dienstag stellte er seinen ‘Plan B vor, einen neuen Vorschlag zur Wahlrechtsreform, der darauf abzielt, die Ausgaben zu senken, jedoch einen chirurgischeren Ansatz verfolgt als der vorherige.
Die erste Initiative, die eine drastische Kürzung der Mittel für Parteien und Wahlbehörde vorsah, wurde sogar von ihren eigenen Verbündeten abgelehnt. Es war ein harter Schlag für den Präsidenten. Jetzt kehrt er in den Kampf zurück, allerdings mit taktischen Änderungen.
Weniger Privilegien, mehr Kontrolle
Innenministerin Rosa Icela Rodríguez machte am Vormittag deutlich: Man strebe „weniger Privilegien und mehr Bürgerbeteiligung“ an. Der Kern dieses neuen Vorschlags zielt direkt auf die Taschen.
„Sie müssen sich dazu verpflichten, faire Ausgaben zu tätigen. Einsparungen generieren, die in die soziale Infrastruktur der Kommunen investiert werden können“, erklärte Rodríguez.
Hier ist die konkrete Sache: Lokale Kongresse werden nicht mehr als 0,7 % des Staatshaushalts ausgeben können. Die Zahl der Ratsmitglieder wird auf maximal 15 reduziert. Und es gibt eine entscheidende Änderung: Kein Wahlbeamter wird mehr verdienen können als die Präsidentin selbst.
Boni, große Krankenversicherungen und andere Zusatzeinnahmen für diese Positionen entfallen. Es ist eine ebenso klare wie eindringliche politische Botschaft.
Der Hotspot: Partygeld
Dies war das Minenfeld, auf dem die erste Initiative explodierte. Morenas Verbündete – PT und Verde – wehrten sich gegen Kürzungen, die vor allem kleine Parteien betrafen. Sheinbaum hat seine Lektion gelernt.
Jetzt schlägt sie Reformen des Sekundärrechts vor, um zu verhindern, dass Parteiführer mehr verdienen als sie, und fordert mehr finanzielle Transparenz. Aber es betrifft nicht direkt den Grundhaushalt der politischen Kräfte.
Vielmehr geht es darum, die Inspektion voranzutreiben: dass die Financial Intelligence Unit die Wahlkampfausgaben überprüfen und illegale Ressourcen oder ausländische Finanzierung vermeiden kann. Es ist ein strategischer Wandel: weniger Fronttrimmung, mehr Kontrolle.
Sheinbaum schloss es aus, dieses Thema einer Bürgerbefragung vorzulegen – eine weitere Bitte seiner Verbündeten – und argumentierte, dass es bereits ausreichende Mechanismen gebe.
Weitere Änderungen in der Tabelle
Die Reform behält die Konsultation zum Widerruf des Mandats bei, schlägt jedoch vor, sie am ersten Sonntag im Juni des dritten oder vierten Regierungsjahres (2027 oder 2028) abzuhalten. Es beschleunigt auch die Wahlberechnungen: Sie würden beginnen, wenn das erste Paket eintrifft, ohne wie jetzt tagelang warten zu müssen.
Und für den Senat gibt es eine progressive Kürzung: bis zu 15 % weniger als im aktuellen Budget. In diesem neuen Szenario zählt jeder Peso.
Was uns dieser zweite Akt sagt
Sheinbaum spielt nach seinem ersten gescheiterten Zug politisches Schach. Dieser „Plan B“ hat einen weniger ehrgeizigen Umfang, dafür aber präzisere Ziele. Es reduziert die Ausgaben, ohne kleine Parteien zu erdrosseln – der vorherige Fehler – und konzentriert seine Erzählung auf Privilegien versus Sparmaßnahmen.
Es ist reines politisches Theater: Nach einer Parlamentsniederlage Standhaftigkeit zeigen, die Strategie anpassen, ohne die ursprüngliche Richtung zu verlieren. Die Präsidentin weiß, dass jede Entscheidung echte Konsequenzen hat – das hat ihr ihr Vater beigebracht – und dieses Mal scheint sie ihre Schritte besser berechnet zu haben.
Der Kongress wird das letzte Wort haben. Aber nach dem anfänglichen Zuschlagen der Tür ist es Sheinbaum immerhin gelungen, das Gespräch mit einem Vorschlag wiederzueröffnen, der offenbar darauf abzielt, weniger Widerstand zu erzeugen. Der zweite Akt beginnt.




