Ein Arzt, der kein Heiliger ist
María José Cano nimmt an Geburten in Flüchtlingslagern teil, wettet auf der Rennstrecke und lässt ihren Freund am Traualtar zurück. Sie ist außerdem Gynäkologin und sitzt im Rollstuhl. So präsentiert Netflix „Santita“, seinen neuen Charakter, der Stereotypen sprengt.
Rodrigo García, der Regisseur, macht deutlich: Er wollte sie nicht in eine Schublade stecken. Er beschreibt sie als „erfolgreich, in einem gewissen Alter, sehr lebhaft, sehr riskant.“ Und fügen Sie etwas Wichtiges hinzu:
„Diese Art von Heiligkeit, die manchmal auf Menschen mit einer Behinderung projiziert wird“
Genau das wollen Sie abbauen.
Hinter dem Stuhl
Paulina Dávila spielt Santita und für sie war diese Rolle eine Reise. Es ist seine erste Hauptrolle in der Rolle eines Menschen mit Behinderung. Ihre Vorbereitung war intensiv: Stuhltraining, Schwimmen, Skaten und monatelanges Studium von Barrierefreiheitsthemen.
Aber das Wichtigste sei, sagt er, dass Santita viel mehr sei als ihr Zustand:
„Es ist ihr Vehikel, um mit der Welt zu interagieren, aber sie ist viel mehr als nur ihr Stuhl. Sie ist eine ungewöhnliche Frau, auch unvollkommen“
Die Serie geht echten Problemen nicht aus dem Weg. Es zeigt den Mangel an Rampen in Städten wie CDMX und die Unsicherheit und Diskriminierung, der Frauen mit Behinderungen ausgesetzt sind. Aber er tut es, ohne Opfer zu werden.
Eine Handlung mit Hell-Dunkel
Santitas Leben wird kompliziert, als Cecilia (Ilse Salas), die jetzige Frau ihres Ex Alejandro (Gael García Bernal), in ihrer gynäkologischen Praxis erscheint und um Hilfe bittet. Da sind immer noch Gefühle da, obwohl Santita bereits mit dem Arzt Mauricio (Erik Hayser) zusammen ist.
Es ist nicht alles ein romantisches Drama. Dieser Arzt mag das Risiko: Wetten, Hahnenkämpfe, Kredite bei Fremden. Ihre familiäre Beziehung ist kompliziert. Mit anderen Worten: Sie ist ein Mensch.
Dávila bringt es perfekt auf den Punkt:
„Ich denke, dass Santitas größte Anziehungskraft gerade darin besteht, dass sie nicht danach strebt, korrekt zu sein und dass sie nicht einmal danach strebt, heilig zu sein, sie ist wirklich echt und authentisch. Sie lebt nach ihren eigenen Gesetzen und ich finde das sehr erfrischend.“
Erfrischend ja. Und notwendig. In einem Panorama, in dem die Darstellung oft in Klischees verfällt, bietet „Santita“ etwas anderes: eine komplexe, widersprüchliche und absolut lebendige Figur. Dass er einen Rollstuhl benutzt, ist Teil seiner Geschichte, aber nicht seine ganze Geschichte.
Am Ende bleibt die neue Perspektive, von der Dávila spricht. Eines, das den Zuschauer ebenso verändert wie die Schauspielerin.




