Das IOC macht einen Schritt in Richtung russischer Reintegration
Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat am Dienstag seine Anforderungen an russische Athleten und Teams gelockert, die in Los Angeles 2028 mit der Nationalflagge und -hymne antreten dürfen. Die Entscheidung beinhaltet die vorläufige Aufhebung der seit Oktober 2023 geltenden Suspendierung des Russischen Olympischen Komitees.
Die Organisation begründete die Änderung mit dem Beginn der Qualifikationsveranstaltungen und der Notwendigkeit, allen Teilnehmern gleichen Zugang zu bieten. „Wir wollen Sportler nicht für die Handlungen ihrer Regierungen verantwortlich machen“, sagte IOC-Präsidentin Kirsty Coventry.
Die Haltung der Ukraine und die anhaltenden Barrieren
Der ukrainische Sportminister Matvii Bidnyi stellte die Maßnahme in Frage: „Im Krieg hat sich nichts geändert. Die Situation hat sich verschlimmert.“ Er wies darauf hin, dass die Ukraine am Montag Raketen- und Drohnenangriffe erlitten habe, bei denen mindestens 22 Menschen ums Leben kamen. „Wir verstehen es nicht. An einem Trauertag, an dem friedliche Bürger ihres Lebens beraubt wurden, entscheidet das IOC darüber“, sagte er.
Allerdings sind die IOC-Vorgaben nicht für jede Sportart verbindlich. World Athletics behält das Verbot für Russen und Weißrussen bei seinen Veranstaltungen bei. FIFA und UEFA schließen Russland weiterhin von Wettbewerben wie der Weltmeisterschaft aus.
Im Spitzensport hat World Aquatics die Beschränkungen bereits im April aufgehoben. Das IOC versichert, das russische Olympische Komitee habe bestätigt, dass es keine Aktivitäten in den besetzten ukrainischen Gebieten durchführe, obwohl Kiew dieses Versprechen als „leere Worte“ bezeichnete.
Kontrolle und nächste Schritte
Russische Sportler müssen noch beweisen, dass sie weder militärische Verbindungen haben noch den Krieg unterstützt haben. Das IOC überwacht Ihre sozialen Netzwerke. Die endgültige Entscheidung über Flagge und Hymne werde „zu gegebener Zeit“ fallen, voraussichtlich vor den Olympischen Jugendspielen in Dakar im Oktober 2026.
Die Rückkehr könnte bedeuten, dass Russland mehr als 300 Athleten nach Los Angeles schickt, verglichen mit nur 32, die bei Paris 2024 als Neutrale antraten.




