Putin und Choe Son Hui: Diplomatie auf höchstem Niveau
Der russische Präsident Wladimir Putin empfing am Sonntag den nordkoreanischen Außenminister Choe Son Hui im Kreml. Laut der Staatsagentur Tass dankte Putin bei dem Treffen Pjöngjang für seine Unterstützung bei Militäreinsätzen gegen die Ukraine.
Choes Besuch findet ohne ersichtlichen Grund statt, beispielsweise wegen eines multilateralen Gipfels oder eines Jahrestages. Dies hat Spekulationen über ein mögliches neues Treffen zwischen Putin und dem nordkoreanischen Führer Kim Jong Un ausgelöst. Nordkoreanische Medien bestätigten, dass Choe auf Einladung seines Amtskollegen Sergej Lawrow nach Russland gereist sei, erwähnten jedoch nicht ein eventuelles Treffen zwischen den beiden Führern.
Bilaterale Gespräche und gegenseitige Unterstützung
Am Montag führten Choe und Lawrow getrennte Gespräche. Russland brachte seine volle Unterstützung für Nordkoreas Bemühungen zum Schutz seiner Souveränität zum Ausdruck, während Pjöngjang seine Unterstützung für Russland im Ukraine-Konflikt bekräftigte, berichtete die Koreanische Zentrale Nachrichtenagentur.
Putin lobte die bilateralen Beziehungen und bekräftigte seinen Dank an die nordkoreanische Führung für die Unterstützung seiner Militäreinsätze. Choe teilte mit, dass Kim Jong Un weiterhin bestrebt sei, die Beziehungen zu Russland umfassend auszubauen.
Hintergrund der Zusammenarbeit
Kim besuchte 2019 und 2023 den russischen Fernen Osten zu Gipfeltreffen mit Putin. Im vergangenen Juni unterzeichneten die beiden während des Gipfeltreffens in Pjöngjang ein strategisches Partnerschaftsabkommen, das gegenseitige Hilfe angesichts äußerer Aggression verspricht.
In den letzten Jahren hat Nordkorea Russland in seiner Außenpolitik Priorität eingeräumt und Tausende Soldaten und große Lieferungen militärischer Ausrüstung zur Unterstützung Moskaus in die Ukraine entsandt. Im Gegenzug erhält Pjöngjang Wirtschaftshilfe und Technologietransfers, die laut Analysten seine militärischen Fähigkeiten stärken.
Kim hat bei jüngsten hochrangigen Treffen auch versucht, auf China zuzugehen und gleichzeitig die Idee eines neuen Kalten Krieges als Einheitsfront gegen die Vereinigten Staaten zu fördern.
Auswirkungen auf die Region
Choes Besuch folgt auf den diplomatischen Austausch zwischen Nordkorea und China, einschließlich Treffen zwischen dem nordkoreanischen Ministerpräsidenten Pak Thae Song und Präsident Xi Jinping sowie dem hochrangigen chinesischen Beamten Wang Huning mit Kim in Pjöngjang.
Kim hat seit 2019 jeden sinnvollen Dialog mit Washington und Seoul ausgesetzt. Er nutzt die Ablenkung durch den Konflikt in der Ukraine aus, um sein Atom- und Raketenprogramm zu beschleunigen, und fordert als Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Verhandlungen, dass die USA ihre Abrüstungsforderungen aufgeben.




