Abschied von einer Schlüsselfigur des französischen Fußballs
Der Französische Fußballverband (FFF) bestätigte an diesem Dienstag den Tod von Jean-Pierre Escalettes. Der ehemalige Präsident war 90 Jahre alt.
In einer Erklärung hob die Institution sein Vermächtnis hervor:
„Jean-Pierre Escalettes hat sein ganzes Leben unserem Sport gewidmet, dem er mit Leidenschaft, Menschlichkeit und Loyalität gedient hat.“
Seine Präsidentschaft zwischen 2005 und 2010 hinterließ glänzende Momente. Unter seiner Leitung erreichte die französische Mannschaft das Finale der Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Darüber hinaus war er maßgeblich an der Organisation der Euro 2016 in Frankreich beteiligt.
Lichter und Schatten einer Ära
Allerdings gab es auch auf seiner Bühne Kontroversen. Nach dem Scheitern bei der EM 2008 behielt er Raymond Domenech als Trainer. Der Trainer spielte sogar in einem peinlichen Fernsehmoment mit, in dem er nach einem Ausscheiden um eine Heirat bat.
Der Tiefpunkt wurde bei der Weltmeisterschaft 2010 erreicht. Der Spielerboykott einer Trainingseinheit in Südafrika schockierte das ganze Land. Bilder des Streiks gingen um die Welt.
Escalettes übernahm daraufhin öffentlich seine Verantwortung:
„Ich schäme mich und entschuldige mich beim französischen Fußball.“
Bevor er die Führung des Verbandes übernahm, war der ehemalige Englischlehrer an der Entwicklung des Amateurfußballs beteiligt. Seine Karriere war, wie der Sport, den er liebte, eine Reise voller starker Emotionen.




