Die Tschechin Karolina Muchova besiegte am Donnerstag die Amerikanerin Coco Gauff in einem spannungsgeladenen Halbfinale, das in einem Tiebreaker mit unerwarteten Wendungen gipfelte. Das Endergebnis war 6-2, 1-6, 7-6 (10).
Gauff vergab im Tiebreak einen Matchball, als sie nach einem kraftvollen ersten Aufschlag eine Vorhand verfehlte. „Ich geriet ein wenig in Panik“, gab die Amerikanerin zu, als sie erklärte, dass sie versuchte, eine Spritze abzuwerfen.
Auch Muchova ihrerseits ließ ihren ersten Matchball nach einem Ausrutscher auf dem Rasen verstreichen. Doch bei der nächsten Gelegenheit zwang er Gauff mit einer Reihe von Schlägen in die Ecken zum letzten Fehler. Die Tschechin bedeckte ungläubig ihre Hände.
„Es war ein sehr großer Kampf. Es war eine Achterbahnfahrt“, sagte Muchova. „Du gehst in 10 Sekunden auf und ab. Du hast keine Zeit zum Nachdenken, aber es macht dich sehr nervös.“
Ein tschechisches Finale garantiert
Muchova trifft an diesem Samstag auf ihre Landsfrau Linda Noskova, die die Ukrainerin Marta Kostyuk mit 6:4, 6:4 besiegte. Sie wird nach Marketa Vondrousova (2023) und Barbora Krejcikova (2024) die dritte tschechische Meisterin in vier Jahren in Wimbledon sein.
Muchova, Neunte der Rangliste, strebt nach ihrer Niederlage im Finale von Roland Garros 2023 gegen Iga Swiatek ihren ersten Grand Slam an. Trotz Verletzungen an beiden Handgelenken, die sie zwei Jahre lang ausbremsten, hat sie mittlerweile bei allen vier großen Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht.
Gauff, Siebter der Welt, stellte ihre beste Leistung in Wimbledon ein: Sie hatte es nie über die vierte Runde hinaus geschafft, auch nicht bei ihrem Auftritt im Jahr 2019, als sie 15 Jahre alt war. Sie hatte sechs ihrer letzten sieben Spiele gegen Muchova gewonnen. Die Tschechin hingegen war in diesem Jahr auf Rasen mit einer Bilanz von 11:1 nach ihrem Titel in Bad Homburg (Deutschland) nahezu unschlagbar. Ihre einzige Niederlage erlitt sie bei den Berlin Open gegen Madison Keys.
Das Spiel wurde bei extremer Hitze von 33 °C in London ausgetragen, was die Zuschauer dazu zwang, sich vor der Sonne zu schützen. Muchova zeigte Anzeichen von Müdigkeit, beugte sich während eines langen Ballwechsels vor und hielt sich den Bauch. „Ich habe nur versucht, zu Atem zu kommen“, stellte er klar.
Im Halbfinale der Männer am Freitag werden Jannik Sinner gegen Novak Djokovic und Alexander Zverev gegen den Briten Arthur Fery antreten.




