Der Vorhang fällt wieder einmal für den „Mini Lic“
Ein Bundesrichter in Virginia verurteilte Dámaso López Serrano an diesem Donnerstag zu fünf Jahren Gefängnis. Der sogenannte „Mini Lic“, Sohn eines wichtigen „El Chapo“-Betreibers, tappte in eine FBI-Falle, als er über den Import von Fentanyl aus Mexiko verhandelte.
Die Szene vor Gericht war dramatisch. López Serrano, der eine grüne Gefängnisuniform und rasierte Haare trug, bat durch einen Dolmetscher um Vergebung.
„Es gibt keine Worte, um auszudrücken, wie leid es mir tut“, sagte er. „Mein tiefster Wunsch ist es, zu meiner Familie zurückzukehren und ihnen zu zeigen, dass ich mich verändert habe.“
Es sind die gleichen Versprechen, die er 2017 gemacht hat, als er sich selbst stellte und sich des Kokain- und Heroinhandels schuldig bekannte. Bei dieser Gelegenheit brachte ihm seine Zusammenarbeit mit der DEA eine verkürzte Strafe und schließlich eine Bewährungsstrafe ein.
Eine verdeckte Operation, die ihn erwischte
Doch die Freiheit währte nicht lange. Im Jahr 2024, bereits nach Virginia gezogen, begann er zu verhandeln, mit wem er seiner Meinung nach ein Partner war. Er war ein FBI-Informant.
Laut Gerichtsakten behauptete „Mini Lic“, dass es Leute in Südkalifornien gebe, die die Substanz verteilen könnten. Er erwähnte sogar die Finanzierung der Transaktionen durch den Verkauf von Familienimmobilien in Mexiko.
Die Gefangennahme erfolgte Ende letzten Jahres, als er glaubte, einen Kauf zur Weitergabe getätigt zu haben.
Diese neue Strafe wird gleichzeitig mit einer weiteren fünfjährigen Haftstrafe wegen Verstoßes gegen seine frühere Freilassung unter Aufsicht verbüßt. Dann werden weitere fünf Jahre unter staatlicher Aufsicht stehen.
Das Urteil könnte ein anderes Gericht ändern: Auslieferung an Mexiko. Die mexikanischen Behörden bezeichnen ihn als geistigen Urheber der Ermordung des Journalisten Javier Valdéz im Jahr 2017. Bislang hatten die USA seine Auslieferung unter Berufung auf seinen Status als geschützter Zeuge abgelehnt.
Da sein Vater „El Licensed“ und „El Chapo“ lebenslange Haftstrafen in Hochsicherheitsgefängnissen verbüßen, kommt dem Familientheater des Drogenhandels ein weiterer tragischer Akt hinzu. Versprechen einer Veränderung kollidieren mit der harten Realität: Das kriminelle Szenario scheint ein Drehbuch zu sein, das zu tief verwurzelt ist, als dass man es aufgeben könnte.




