Zwei Oberstleutnants des Sekretariats für Nationale Verteidigung (Sedena) sind auf der Flucht vor der Justiz, nachdem ihnen im Zollamt in Matamoros, Tamaulipas, Beteiligung am Treibstoffschmuggel vorgeworfen wurde. Beide legten Berufung gegen die von der Financial Intelligence Unit (UIF) des Finanzministeriums angeordnete Sperrung ihrer Bankkonten ein. Keines der Verfahren hat ein endgültiges Urteil: Einer wird in Mexiko-Stadt und der andere in Tamaulipas verhandelt.
Rechtliche Schritte und Kontosperrung
Laut einer Untersuchung von Reforma sind diese beiden Soldaten Teil eines Korruptionsnetzwerks, das zusammen mit zehn weiteren Beamten und Geschäftsleuten zwischen dem 1. Juni und dem 22. Juli 2025 144 Millionen Liter Kohlenwasserstoffe eingeführt hat. An der Spitze der Organisation soll Armando III Riestra Fernández stehen, Betreiber eines Zolldienstleistungsunternehmens, der bereits im Altiplano-Gefängnis inhaftiert ist.
Oberstleutnant Armando Barrera Trujillo, ehemaliger Zollchef von Matamoros, reichte im Februar seinen Schutz gegen die Anordnung ein, sechs Bankkonten in Banorte, Banjercito, BBVA und Banamex zu sichern. Obwohl ihm im März eine endgültige Sperre verweigert wurde, gelang es ihm, ein Banjercito-Konto freizugeben, jedoch nur seine Pensionsfonds. Zu seiner Strategie gehörten Beschwerden, Überprüfungen und Zuständigkeitskonflikte zwischen Gerichten.
Oberstleutnant Blas Pedro Sarabia García, der sein Amt am 15. Juli 2025 antrat, stellte seinen Schutz vor Tamaulipas dar. Er beschwerte sich über die Sperrung seiner Konten bei BBVA und Santander sowie über seine Aufnahme in Listen gesperrter Personen ohne Benachrichtigung. In seinem Fall gewährte ihm ein Richter die Aussetzung seines Gehalts als Angestellter der Nationalen Zollbehörde von Mexiko.
Die Kontrolle des Zolls ging Mitte 2020 in militärische Hände über. Die Marine verwaltet die Häfen und die Armee verwaltet die Landgrenzen. Der frühere Präsident Andrés Manuel López Obrador begründete die Maßnahme mit militärischer Ehrlichkeit und Effizienz. Dieser Fall ist der zweite Kraftstoffschmuggelskandal, an dem das mexikanische Militär beteiligt ist, nachdem das Netzwerk bei der Marine entdeckt wurde.




