Erklärungen vor Gericht
Die wegen des Todes von Diego Maradona angeklagte Psychiaterin Agustina Cosachov hat das private Medizinunternehmen Swiss Medical ins Visier genommen. Er gab an, dass das Unternehmen den Anweisungen für die häusliche Unterbringung des ehemaligen Fußballspielers im Jahr 2020 nicht nachgekommen sei.
„Ich habe um einen klinischen Arzt, einen Neurologen, einen Krankenwagen, Krankenschwestern gebeten … Ich habe unterschrieben, weil ich dachte, dass es erfüllt werden würde“, erklärte er vor Gericht.
Cosachov ist einer der sieben Profis, denen einfacher Mord mit möglicher Absicht vorgeworfen wird. Die argentinische Gesetzgebung sieht für dieses Verbrechen eine Gefängnisstrafe von bis zu 25 Jahren vor.
Mängel in der Pflege
Zeugenaussagen und Expertenberichte zeigten, dass das Haus, in dem Maradona sich erholte, nicht ausreichend ausgestattet war. Ein medizinisches Gremium stellte 2021 fest, dass das Team Anzeichen eines kardiovaskulären Risikos ignoriert hatte. Der 60-jährige ehemalige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft starb an einem Herzstillstand, während er nach einer Operation wegen eines Subduralhämatoms zu Hause untergebracht war.
Der Spezialist gab an, dass ein Rehabilitationszentrum ideal sei, der Patient äußerte jedoch den Wunsch, nach Hause zu gehen. Angesichts dieser Unmöglichkeit entschieden sie sich für eine häusliche Unterbringung mit einer Anordnung zum Verbot des Substanzkonsums und einer beaufsichtigten Medikamenteneinnahme.
Cosachov wies darauf hin, dass Swiss Medical nicht angemessen reagiert habe: „Mir ist ein gewisses Unverständnis aufgefallen … Häusliche Pflege gibt es in unserem Land nicht als Rechtspersönlichkeit.“
Antwort der Versicherung
Mariana Flichman, Risikomanagerin bei Swiss Medical, gab an, dass das Unternehmen den häuslichen Aufenthalt nicht befürworte und empfahl eine Rehabilitationsklinik. Familienangehörige und behandelnde Ärzte (Luque und Cosachov) schlossen diese Option jedoch aus. „Wir hatten keine Autorität über das behandelnde Ärzteteam“, sagte Flichman.
Angeklagt sind neben Cosachov und dem Neurochirurgen Leopoldo Luque auch der Psychologe Carlos Díaz, die Ärzte Nancy Forlini und Pedro Di Spagna, der Pflegevertreter Mariano Perroni und der Krankenpfleger Ricardo Almirón. Alle bestreiten fahrlässiges Handeln.




