Monate vor der Fußballweltmeisterschaft 2026 startete das mexikanische Bankensystem eine nationale Strategie, um mögliche Fälle von Menschenhandel und Finanztransaktionen im Zusammenhang mit diesem Verbrechen aufzudecken. Ziel ist es, auf die Risiken zu reagieren, die bei internationalen Großveranstaltungen tendenziell zunehmen.
Massive Schulung in den Filialen
Der Bankenverband von Mexiko (ABM), der Bürgerrat für Sicherheit und Gerechtigkeit von Mexiko-Stadt und das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) berichteten, dass fast 100.000 Mitarbeiter von Finanzinstituten darin geschult werden, Warnzeichen zu erkennen und Berichte über mögliche Fälle von Ausbeutung weiterzuleiten.
Die Initiative umfasst mehr als 11.000 Bankfilialen der 54 der ABM angeschlossenen Institute. Diese beteiligen sich an Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen auf nationaler Ebene.
Ziel ist es, die Kapazitäten des Finanzsystems zur Erkennung von Vorgängen zu stärken, die mit Menschenhandelsnetzwerken in Verbindung stehen könnten, und zum Schutz von Menschen in gefährdeten Situationen beizutragen.
Nach Angaben des Exekutivsekretariats des Nationalen Öffentlichen Sicherheitssystems ist die Zahl der Opfer des Menschenhandels in Mexiko im Jahr 2025 um 47 % gestiegen.
Angesichts dieser Situation wiesen die Organisationen darauf hin, wie wichtig es sei, die Koordination zwischen Behörden, internationalen Organisationen und dem Privatsektor zu stärken, um Kriminalität zu verhindern und die betroffenen Menschen zu versorgen.
Die Strategie deckt sich mit Warnungen der National Banking and Securities Commission (CNBV), der Financial Intelligence Unit (UIF) und des United States Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) zu den mit Menschenhandel und Geldwäsche verbundenen Risiken.
Im Rahmen des Programms entwickelten UNODC und der Bürgerrat Schulungsmaterialien, die sich auf die Identifizierung ungewöhnlicher Finanzbewegungen, atypischer Transaktionsmuster und anderer Risikoindikatoren im Zusammenhang mit möglichen Fällen sexueller Ausbeutung und Arbeitsausbeutung konzentrieren.
Zweigstellen werden außerdem Informationsmaterialien verbreiten, um frühe Anzeichen von Menschenhandel zu erkennen und für die nationale Anti-Menschenhandel-Hotline und den Chat des Citizen Council zu werben. Dieser Dienst bietet den Opfern rund um die Uhr rechtliche und psychologische Beratung, emotionale Unterstützung und Begleitung, kostenlos, anonym und vertraulich.
Ziel der Initiative ist es, Räume zu schließen, in denen Ressourcen aus diesem Verbrechen in das formelle Bankensystem gelangen oder darin zirkulieren können.