Bildleck löst rechtliche Kontroverse aus
Die Kontrollrichterin Nora Ileana García Peralta wies die Generalstaatsanwaltschaft (FGR) an, eine Ermittlungsmappe wegen der Verbreitung von Fotos und einem Video der Verhaftung von Gilda Lozoya Austin, der Schwester des ehemaligen Pemex-Direktors Emilio Lozoya, zu öffnen. Am Freitag wurde sie vorläufig freigelassen.
Die Verteidigung von Gilda Lozoya unter der Leitung von Anwalt Alejandro Rojas Pruneda reichte beim Richter eine formelle Beschwerde ein. „Menschenrechte wurden verletzt und meine Mandantin wurde durch die Zurschaustellung ihres Bildes stigmatisiert“, erklärte die Prozesspartei während der Anhörung.
Das durchgesickerte Material zeigt Gilda Lozoya in der Obhut von Agenten der Marine und der Criminal Investigation Agency (AIC), gefesselt, während ein Interpol-Agent ihre Rechte vorliest. Die Festnahme erfolgte bei der Ankunft am internationalen Flughafen Mexiko-Stadt (AICM) aus Amsterdam.
Auch Rojas Pruneda stellte die unterschiedliche Behandlung in Frage: „Wer macht diese unzulässigen Leaks? Angeklagte sollten den Medien nicht als schuldig dargestellt werden.“ Er erwähnte, ohne ihn namentlich zu nennen, den Fall des Anführers des Jalisco New Generation Cartel, Nemesio Oseguera Cervantes, dessen Identität geschützt wurde, nachdem ihm bei einer Operation in Tapalpa, Jalisco, im vergangenen Februar das Leben gekostet wurde.
Maßnahmen zum Schutz der Identität
Richter García Peralta wies die FGR an, das Leck als mögliche Straftat zu untersuchen. Er warnte die Medien außerdem davor, sich „ethisch zu verhalten“ und die Anhörungen nicht aufzuzeichnen.
Gilda Lozoya wird im Fall Agronitrogenados, in den auch ihr Bruder Emilio verwickelt ist, Vorwürfe wegen Operationen mit Ressourcen illegaler Herkunft (Geldwäsche) ausgesetzt. Nach ihrer Freilassung fuhr sie in einem Lieferwagen mit getönten Scheiben davon, um nicht von der Presse erwischt zu werden.




