Ein Gerichtsurteil, das die Einwanderungspolitik in Frage stellt
Ein Bundesrichter hat der US-Regierung gerade eine Ohrfeige gegeben. James Boasberg vom Distrikt Washington ordnete an diesem Donnerstag an, dass die Behörden die Rückkehr venezolanischer Migranten, die in ein Gefängnis in El Salvador deportiert wurden, organisieren und bezahlen sollen.
Der Fall ist die Spitze des Eisbergs der Einwanderungsoffensive der Trump-Regierung. Alles begann im März, als der Präsident sich auf ein Gesetz aus dem 18. Jahrhundert – das Foreign Enemies Law – berief, um diese Männer in das sogenannte Terrorism Confinement Center (CEcot) zu schicken.
„Sie sagten dem Gericht, es solle zur Hölle fahren“
Das Saftigste kommt aus den Worten des Richters selbst. Boasberg kritisierte die erste Reaktion der Regierung auf seine vorherige Anordnung scharf:
„Offensichtlich desinteressiert, sich an diesem Prozess zu beteiligen, sagten die Antworten der Regierung dem Gericht im Grunde, es solle zur Hölle fahren.“
Das Weiße Haus schwieg nicht. Seine Sprecherin, Abigail Jackson, kritisierte das, was sie als „eine absurde und illegale Entscheidung eines linksextremen Justizaktivisten“ bezeichnete. Er sagte, er versuche, die rechtliche Befugnis des Präsidenten zur Durchführung von Abschiebungen zu untergraben.
Die 137 Männer wurden bereits im Rahmen eines von den USA ausgehandelten Austauschs nach Venezuela zurückgebracht. Doch einigen ist die Ausreise gelungen und sie befinden sich nun in einem Drittland. Sein Anwalt Lee Gelernt sagt, man wolle seinen Namen reinwaschen.
Was passiert jetzt?
Der Auftrag ist klar: Die Regierung muss ihnen eine Bordkarte ausstellen und ihre Tickets bezahlen, wenn sie zurückkehren wollen. Selbstverständlich werden sie bei ihrer Ankunft festgehalten.
Sie können auch neue Dokumente vorlegen, um zu argumentieren, dass ihre Abschiebung illegal war und sie fälschlicherweise als Mitglieder der Tren de Aragua-Bande eingestuft wurden.
Boasberg machte den Kern der Sache klar:
„Ansonsten könnte die Regierung einfach Menschen aus den Vereinigten Staaten abschieben, ohne dafür ein Verfahren einzuleiten … und ihnen dann jegliches Recht auf Rückkehr verweigern.“
Es gibt einen schattigen Hintergrund. Im März verlegten die Beamten die Männer trotz einer mündlichen Anweisung des Richters, das Flugzeug umzukehren. Dies löste eine Untersuchung wegen Missachtung aus, die allerdings eingestellt wurde.
Gelernt fasste es so zusammen:
„Obwohl die Regierung nicht bestreitet, dass den Männern ein ordnungsgemäßes Verfahren verweigert wurde, war sie dennoch nicht bereit, das Richtige ohne einen Gerichtsbeschluss zu tun.“
Dieser Fall ist mehr als ein Rechtsstreit. Es ist ein Kampf zwischen den Mächten darüber, wie weit die Exekutive im Kampf gegen irreguläre Migration gehen kann. Und inzwischen liegen Dutzende Leben auf Eis, die auf Gerechtigkeit warten.




