Eine Charakterstunde im San Siro
Es sah so aus, als würde es einer dieser Abende werden. Inter, der Tabellenführer, lag bereits vor einer halben Spielstunde mit 0:2 gegen Schlusslicht Pisa zurück. Die Überraschung wurde im San Siro serviert.
Aber Meisterteams werden daran gemessen, wie sie reagieren. Und Inter hat eine echte Mentalität gezeigt. In sieben magischen Minuten vor der Halbzeit drehten sie alles.
„Ein Dreiertreffer veränderte das Spiel“, wie es in der offiziellen Geschichte heißt.
Der erste war Piotr Zielinski von den zwölf Stufen. Zwei Minuten später sorgte der unaufhaltsame Kapitän Lautaro Martínez mit einem Kopfball für den Ausgleich. Und kurz vor dem Abpfiff vollendete Francesco Pio Esposito das atemberaubende Comeback.
In der zweiten Halbzeit ging es darum, einen Sieg abzurunden, der mehr über den Charakter als über das Spiel spricht. Federico Dimarco, Ange-Yoan Bonny und Henrikh Mkhitaryan beendeten das Festival: 6:2-Finale.
Was wirklich zählt: der Tisch
Mit diesem zehnten Sieg in Folge in der Serie A vergrößert Inter einen Vorsprung von sechs Punkten auf seinen nächsten Verfolger, den AC Mailand. Napoli, der aktuelle Meister, ist nun neun Mal auswärts.
Der Sieg kommt zum perfekten Zeitpunkt. An diesem Wochenende stehen sich ihre direkten Rivalen gegenüber (Milan ist zu Gast bei Roma und Juventus empfängt Napoli), sodass Inter seinen Vorsprung auch ohne Einsatz ausbauen kann.
Dabei ging es nicht nur darum, drei Punkte zu gewinnen. Es war eine Botschaft an die gesamte Liga: Selbst wenn es bergauf geht, hat dieses Team die nötige Kraft, um zu reagieren. Das zeichnet einen echten Titelanwärter aus.




