Eine Werbung mit runden Zahlen und selektivem Gedächtnis
Präsidentin Claudia Sheinbaum nannte es „historisch“. Die Einstellung von mehr als 14.000 Fachärzten für IMSS, ISSSTE und IMSS Bienestar in diesem Jahr. Eine Zahl, die wie ein Sieg in einem Gesundheitssystem klingt, das normalerweise für das Gegenteil sorgt: Engpässe und Wartelisten.
„Die Einstellung von Fachärzten in diesem Jahr ist historisch … denn bedenken Sie, dass in der neoliberalen Zeit der Zugang von Ärzten zu Fachärzten stark zurückgegangen ist“,
Es gibt die klassische Bewegung. Kündigen Sie eine aktuelle Errungenschaft an, indem Sie einen Dolch in die Vergangenheit stechen. Ein obligatorischer Kontrast, der als universelle Rechtfertigung dient. Hat jemand überprüft, wie viele vor zehn Jahren eingestellt wurden? Das offizielle Gedächtnis ist merkwürdig: Es merkt sich nur das, was ihm passt.
Zoé Robledo vom IMSS erläuterte die Zahlen: 10.785 Neueinstellungen, mit einer nahezu gleichmäßigen Verteilung zwischen Frauen und Männern. Martí Batres von ISSSTE sprach von 1.295 Fachkräften in 22 Fachgebieten. Und Alejandro Svarch vom IMSS Bienestar fügte weitere 1.956 hinzu.
Aber kalte Zahlen haben warme Ziele. Von den mehr als zehntausend vom IMSS gehen 861 an familienmedizinische Einheiten. Eintausendvierzig an ländliche Krankenhäuser. Es sind die Positionen, die Sie am meisten benötigen und die Sie am wenigsten benötigen. Der eigentliche Test ist nicht die Rekrutierung, sondern die Bindung.
Zwischen Medikamenten und Impfstoffen
Dieselbe Ankündigung vermischte andere drängende Probleme. Svarch erwähnte die Lieferung von 160 Millionen Medikamenten und ein Echtzeit-Überwachungssystem für onkologische Medikamente. Die Verfügbarkeit schwanke zwischen 91 und 97 Prozent. Ein „Schwankungen“, das Raum für Zweifel lässt.
Auch von Masern war die Rede. Eduardo Clark meldete 13,3 Millionen verabreichte Impfstoffe seit Februar, mit einem Ziel von 25 Millionen in zehn Wochen. Ein Wettlauf gegen einen Virus, der nach Jahrzehnten zurückkehrt.
Sheinbaum stellte alles als eine monolithische Stärkung der drei Gesundheitssysteme dar. Eine nette Erzählung. Die unbequeme Frage bleibt außen vor: Reicht diese massive Personalaufstockung aus, um jahrelange Vernachlässigung zu heilen? Die Zahlen geben eine gute Schlagzeile ab. Die eigentliche Diagnose werden die überfüllten Flure in ein paar Monaten stellen.




