Eine strategische Allianz
Ford und das chinesische Unternehmen Geely Auto gaben eine Vereinbarung zur gemeinsamen Herstellung emissionsarmer oder emissionsfreier Fahrzeuge in einem Ford-Werk in Valencia, Spanien, bekannt. Ziel der Allianz ist es, das Angebot von Ford in Europa zu reaktivieren und mit chinesischen Herstellern zu konkurrieren, die den Weltmarkt dominieren.
Wenn es die behördliche Genehmigung erhält, wird Ford zwei Drittel des Joint Ventures besitzen; Geely, ebenfalls Besitzer von Volvo und Polestar, wird den Rest kontrollieren.
Geplante Fahrzeuge
Beide Unternehmen planen fünf Modelle. Ford wird die Produktion des Kuga Plug-in-Hybrids fortsetzen und 2028 einen neuen Bronco auf den Markt bringen. Geely wird im Werk zwei Elektro-Lkw bauen, den ersten ebenfalls im Jahr 2028. Darüber hinaus werden sie einen „Multi-Energy“-Crossover entwickeln, der noch im selben Jahr auf den Markt kommen soll.
„Das Joint Venture geht auf die neuen Realitäten des europäischen Marktes ein – intensiver globaler Wettbewerb, unerbittlicher Kostendruck und immer strengere Vorschriften“, heißt es in einer Erklärung der beiden Unternehmen.
Kontext der Entscheidung
Ford hat in Europa an Boden verloren: Während vor einem Jahrzehnt noch mehr als eine Million Fahrzeuge verkauft wurden, waren es im vergangenen Jahr weniger als eine halbe Million. Das Werk in Valencia hat eine Kapazität für 500.000 Autos pro Jahr, doch im Jahr 2025 fiel die Produktion unter 100.000.
Die Allianz verringert den finanziellen Druck durch Kostenteilung. Ford und Geely haben bereits Geschichte: 2010 verkaufte Ford Volvo Cars an das chinesische Unternehmen.
„Dieser Deal bietet einen Fahrplan dafür, wie traditionelle Hersteller in Europa überleben und gedeihen können“, sagte Jessica Caldwell, Director of Analytics bei Edmunds. „Ford gewinnt an Größe und Kosteneffizienz; Geely ist eine Abkürzung, um EU-Zölle zu vermeiden.“
Herausforderungen in den USA
Unterdessen hat die Regierung von Donald Trump in den Vereinigten Staaten die Standards zur Kraftstoffeffizienz abgeschwächt und Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge abgeschafft. Das schafft Unsicherheit, treibt aber auch Hersteller wie Ford dazu, nach Möglichkeiten in Europa zu suchen.
„Ford hat wie GM seine Abhängigkeit von Europa reduziert. Mit Geely kann das Unternehmen jetzt neue Produkte für diesen Markt entwickeln, ohne die gesamten Entwicklungskosten zu übernehmen“, sagte Sam Fiorani, Vizepräsident von AutoForecast Solutions.
Chinesische Autohersteller haben mit staatlichen Subventionen in Asien, Lateinamerika und Teilen Europas an Boden gewonnen. Die Allianz mit Geely erweitert nicht nur Chinas Präsenz in der lokalen europäischen Produktion, sondern trägt auch dazu bei, die Ford-Arbeiter am Fließband zu halten.




