Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: 11 bestätigte Fälle und 3 Todesfälle
Eine Französin, die sich beim Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius infiziert hatte, befindet sich in einem ernsten Zustand und leidet an einer künstlichen Lunge. Dr. Xavier Lescure vom Bichat-Krankenhaus in Paris beschrieb es als „die letzte Phase der unterstützenden Pflege“. Elf Fälle gemeldet, neun bestätigt. Drei Passagiere starben, darunter ein niederländisches Paar, das in Südamerika entlarvt worden war.
„Im Moment gibt es keine Anzeichen dafür, dass wir den Beginn eines größeren Ausbruchs sehen“, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus, Direktor der WHO. „Aber die Situation könnte sich ändern.“
Das hier nachgewiesene Andenvirus wird hauptsächlich durch den Kot von Nagetieren übertragen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht einfach, in seltenen Fällen jedoch möglich. Symptome – Fieber, Schüttelfrost, Muskelschmerzen – treten zwischen einer und acht Wochen nach dem Kontakt auf.
Evakuierung und Quarantäne
Die Evakuierung der MS Hondius ist nun abgeschlossen. 87 Passagiere und 35 Besatzungsmitglieder wurden mit Schutzausrüstung auf Teneriffa eskortiert. Zwei Flugzeuge brachten Niederländer, Australier, Neuseeländer und Filipinos nach Eindhoven, alle in Quarantäne. Einige Besatzungsmitglieder blieben auf dem Weg nach Rotterdam an Bord.
Argentinien wird Experten entsenden, um den Ursprung zu untersuchen. Das verstorbene niederländische Ehepaar unternahm eine Vogelbeobachtungstour, die auch eine Mülldeponie beinhaltete, eine mögliche Quelle infizierter Nagetiere. Lokale Behörden stellen diese Theorie in Frage.
Zwölf Mitarbeiter eines niederländischen Krankenhauses befinden sich in präventiver Quarantäne, nachdem sie unsachgemäß mit Flüssigkeiten eines später positiv getesteten Passagiers umgegangen sind. „Das Risiko ist gering“, sagte das Krankenhaus, es wurden jedoch Vorsichtsmaßnahmen getroffen.
Die WHO empfiehlt für zurückkehrende Passagiere eine Quarantäne von 42 Tagen, kann diese aber nicht vorschreiben. Jedes Land handhabt die Sendungsverfolgung auf seine eigene Art und Weise. Es gibt keine Heilung oder Impfung, aber eine frühzeitige Erkennung verbessert die Überlebenschancen.




