Eine Ordnung, die Grenzen überschreitet
Das argentinische Justizsystem hat an diesem Mittwoch einen unerwarteten Schritt unternommen. Er forderte die Vereinigten Staaten offiziell auf, den ehemaligen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro auszuliefern, der sich seit Januar in US-Gewahrsam befindet.
Das Ziel: in einem Fall wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit, die während seiner Amtszeit begangen wurden, befragt zu werden.
Das Gewicht der Geschichte und Präzedenzfälle
Bundesrichter Sebastián Ramos war derjenige, der die Maßnahme angeordnet hatte. Die Resolution, zu der The Associated Press Zugang hatte, ist klar:
„Bitte richten Sie einen internationalen Appell an die Vereinigten Staaten von Amerika, um die Auslieferung von Nicolás Maduro Moros zu fordern.“
Diese Bewegung kommt nicht aus dem Nichts. Argentinien hat auf diesem Gebiet dank des Prinzips der universellen Gerechtigkeit eine lange Geschichte. Dieses Konzept ermöglicht die Aufklärung schwerer Straftaten auch dann, wenn sie außerhalb seiner Grenzen begangen wurden.
Das Land gilt nach dem historischen Prozess gegen die Führer der letzten Militärdiktatur (1976-1983) als Vorbild im internationalen Strafrecht. Aber hier ist die Sache: Die meisten Verfahren gegen ausländische Führungskräfte enden nicht mit tatsächlichen Verhaftungen oder Auslieferungen.
Was genau wird Ihnen vorgeworfen?
Der Fall geht auf das Jahr 2023 zurück. Gegen Maduro und mehrere Mitglieder seiner Regierung – darunter der ehemalige Kommandeur Justo José Noguera Pietri und Minister Diosdado Cabello – wird wegen rechtswidriger Inhaftierung und Anwendung von Folter ermittelt.
Die Opfer wären Dissidenten und Oppositionelle während der massiven Proteste in Venezuela. Die Organisation FADER (Argentinisches Forum zur Verteidigung der Demokratie) förderte den Fall und vertrat venezolanische Beschwerdeführer.
Den Anklägern zufolge ist in Venezuela seit 2014 ein systematischer Plan in Kraft, der Repression, gewaltsames Verschwindenlassen, Folter und politische Verfolgung umfasst.
Der politische Moment ist entscheidend
Die Resolution kommt, nachdem der argentinische Präsident Javier Milei die US-Intervention in Venezuela öffentlich gelobt hat. Dies verstärkt seine Verbindung zur Trump-Administration.
Bereits im September 2024 hatte ein argentinisches Bundesgericht die internationale Gefangennahme Maduros angeordnet. Als seine Festnahme am 3. Januar bekannt wurde, beantragte Staatsanwalt Carlos Stornelli die Aktivierung des Auslieferungsersuchens.
Es ist nicht der einzige Fall
Argentinien hat ähnliche Ermittlungen gegen andere Staats- und Regierungschefs eingeleitet. Im Jahr 2022 wurde ein Verfahren gegen den nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega und seinen Vizepräsidenten eingeleitet. Bereits 2010 wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Verbrechen während des spanischen Bürgerkriegs und des Franco-Regimes eingeleitet.
Die Staatsanwälte argumentieren, dass die nationale Verfassung den Grundsatz der universellen Gerichtsbarkeit anerkenne. Doch zwischen Papier und Realität liegt ein diplomatischer Ozean, den es zu navigieren gilt.
Maduro bleibt in US-Gewahrsam. Jetzt muss Washington entscheiden, ob es ihn nach Buenos Aires schickt, um sich diesen Anschuldigungen zu stellen. Eine geopolitische Bewegung mit historischen Anklängen.




