Die Übergangspräsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, gab am Freitag ihre „feste und endgültige“ Entscheidung bekannt, aus dem Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) auszutreten.
Außenminister Félix Plasencia erklärte in
Die Gründe für den Weggang
Die Entscheidung fällt sieben Monate, nachdem die Nationalversammlung mit einer regierungsfreundlichen Mehrheit ein Gesetz zur Aufhebung des Beitritts zum Statut verabschiedet hat. Plasencia warf dem Gericht „geografische Voreingenommenheit“ und eine „unverhältnismäßige Konzentration seiner Arbeit auf afrikanische und lateinamerikanische Länder“ vor. Er fügte hinzu, dass der IStGH „zur Verschärfung der Ungleichheiten instrumentalisiert“ worden sei und lehnte den Einsatz von „Lawfare“ ab, einem Begriff, der den Einsatz des Gesetzes als politische Waffe beschreibt.
Venezuela ratifizierte das Statut im Juni 2000 während der Amtszeit von Hugo Chávez. Der IStGH untersucht Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wenn Länder dazu nicht in der Lage oder nicht bereit sind.
Angespanntes Verhältnis zur Staatsanwaltschaft
Der inzwischen ehemalige Präsident Nicolás Maduro hatte die Staatsanwaltschaft in Den Haag für die Schließung ihres Büros in Caracas im vergangenen Dezember kritisiert. Das Gericht argumentierte mit „Mangel an wirklichen Fortschritten“ bei der Zusammenarbeit. Trotz der Schließung bleiben die Ermittlungen zu den Gewalttaten nach den Protesten von 2017 laut IStGH „weiterhin aktiv“.
Die Untersuchung wurde 2021 auf Anfrage von Argentinien, Kanada, Kolumbien, Chile, Paraguay und Peru eingeleitet. Bisher liegen keine Haftbefehle vor.
Parallel dazu wurde am Freitag in einer beispiellosen Entscheidung der frühere Chefankläger Karim Khan wegen „schwerwiegendem Fehlverhalten“ entlassen. Khan war bereits im vergangenen Juni suspendiert worden.




