Syrien eröffnet Prozess gegen Assads Cousin
An diesem Sonntag hat Syrien einen beispiellosen Schritt unternommen: Der erste öffentliche Prozess gegen Funktionäre des Regimes von Baschar al-Assad begann. Es geschieht in der Hauptstadt und ist ein symbolischer Moment für ein Land, das nach mehr als einem Jahrzehnt Bürgerkrieg versucht, in den Spiegel zu schauen.
Der Hauptangeklagte ist Atef Najib, ehemaliger Leiter der Abteilung für politische Sicherheit in Daraa und, ja, Cousin des ehemaligen Präsidenten. Die Anklage: „Verbrechen gegen das syrische Volk“.
Warum ist das wichtig?
Najib hatte 2011 das Sagen, als die Inhaftierung und Folterung von Teenagern, die regierungsfeindliche Graffiti malten, Proteste auslöste. Diese Proteste eskalierten zu einem bewaffneten Konflikt, der das Land verwüstete.
Die internationale Gemeinschaft schaut zu. Dieser Prozess könnte einen Präzedenzfall für zukünftige Prozesse darstellen. Aber ich werde nicht so schnell aufgeregt: Ich habe schon genug gebrochene diplomatische Versprechen gesehen. Tatsache ist, dass zum ersten Mal frühere Missbräuche vor einem öffentlichen Gericht behandelt werden.
Was kommt als nächstes?
Es besteht die Hoffnung, dass dieser Prozess weitere Opfer dazu inspirieren wird, sich zu melden. Aber die Frage, die ich mir als Mutter stelle: Hilft das wirklich den Familien, die alles verloren haben? Rechenschaftspflicht ist der Schlüssel, aber es bleibt abzuwarten, ob es sich um Gerechtigkeit oder nur um eine politische Geste handelt.




