Sheinbaum befürwortet ein einziges föderales Gesundheitssystem
An diesem Dienstagmorgen im Nationalpalast gab Präsidentin Claudia Sheinbaum nicht nach. Im Gegenteil, er beschäftigte sich mit einem der zentralen Ziele seiner Regierung: dem Aufbau eines universellen Gesundheitssystems, das IMSS, ISSSTE und IMSS-Bienestar in einem einzigen Netzwerk integriert. Seine Botschaft war klar und eindringlich und vermischte historische Diagnose mit einem Vorschlag für die Zukunft.
„In Wirklichkeit gab es immer weniger Ressourcen und immer schlechtere Dienstleistungen, vor allem im Gesundheitswesen“, sagte Sheinbaum und zog eine kritische Linie gegenüber früheren Regierungen.
Die Präsidentin lokalisierte den Ursprung des Problems schon vor Jahrzehnten und warf vor, dass während der sechsjährigen Amtszeit von Ernesto Zedillo das Gesundheitswesen dezentralisiert worden sei, ein Prozess, der ihrer Meinung nach den Verfall eingeleitet habe. Aber er war besonders vernichtend mit einem der symbolträchtigen Programme des PANismus: der Volksversicherung. Er griff auf einen bereits berühmten Satz von López Obrador zurück und erklärte, dass dieser Plan „weder sicher noch beliebt“ sei.
Die technische Vision hinter dem Universalmodell
Für Sheinbaum besteht die Lösung darin, diese Dezentralisierung umzukehren. Er setzt auf die völlige Föderalisierung der Dienstleistungen, ein Weg, der – wie er versichert – bereits begonnen wurde und Früchte trägt. Als Beweis führte er konkrete Daten an: Das IMSS steigerte die Zahl der durchgeführten Operationen zwischen 2018 und 2025 um 60 %. „Die Aufmerksamkeit hat sich verbessert“, betonte er.
Der Ansatz beschränkt sich jedoch nicht auf allgemeine Zahlen. Die Präsidentin erläuterte, was sie die „Gesundheitsrouten“ nennt, einen Plan, der alles von der institutionellen Stärkung über die Ausbildung medizinischer Fachkräfte bis hin zum physischen Bau der Infrastruktur umfasst.
„Die Öffentlichkeit muss von absoluter Qualität und würdiger Aufmerksamkeit sein“, erklärte er und legte damit den Standard fest, den er für dieses neue integrierte System anstrebt.
Ein zentraler Punkt seiner Präsentation war der Versuch, die Herausforderungen zu kontextualisieren. Er erwähnte, dass es selbst in konsolidierten Systemen wie dem Vereinigten Königreich Wartelisten für geplante Eingriffe gebe, was darauf hindeutet, dass die öffentliche Massenmedizin mit einigen Herausforderungen verbunden sei. Der Unterschied – so deutete er an – liege jedoch in der Solidität des Modells und seiner Finanzierung.
Das harte institutionelle Zeugnis über das erhaltene Erbe
Wenn Sheinbaums historische Diagnose politisch war, lieferten die Aussagen der Leiterin des IMSS, Zoé Robledo, eine verheerende technische und administrative Ebene. Seine Geschichte über die tatsächliche Funktionsweise von Seguro Popular entzog dem Programm jeglichen Anspruch auf Unterstützung.
„Seguro Popular hat nie jemandem gedient, das muss ganz klar gesagt werden“, erklärte Robledo unverblümt. „Es war eine Möglichkeit, die Gesundheitsminister der Landesregierungen zu finanzieren.“
Seiner Erklärung zufolge war der Mechanismus von seiner betrieblichen Konzeption her fehlerhaft. Die Bundesstaaten beantragten Gelder für den Bau von Krankenhäusern, doch bei den Ausschreibungen kam es zu Unregelmäßigkeiten.
„Die Unternehmen boten mit Zeiten und Beträgen, die unmöglich zu erreichen waren, und fast am nächsten Tag … begannen sie, mehr Zeit oder mehr Geld zu verlangen“, erklärte Robledo.
Das Endergebnis dieses Modells – prangerte er an – ist eine trostlose, überkommene Landschaft: ein „Friedhof der weißen Elefanten in Schwarzarbeit“ mit 90 Krankenhäusern im ganzen Land, die lahmgelegt und unfertig sind. Die aktuelle Aufgabe des IMSS-Wellbeing bestehe genau darin, diese Geisterkonstruktionen zu retten, um sie in ein funktionales und föderales Netzwerk zu integrieren, erklärte er.Diese Bemühungen zur „Rettung“ verlassener Infrastruktur werden als physisches Symbol des Modellwechsels dargestellt: der Übergang von einer fragmentierten und klientelistischen Logik zu einer integrierten Logik mit Einzelverantwortung. Das offizielle Narrativ ist klar: Es geht nicht nur darum, etwas Neues aufzubauen, sondern auch darum, die ihrer Meinung nach strukturellen Fehler der sogenannten „neoliberalen Periode“ zu reparieren. Die Debatte über die öffentliche Gesundheit in Mexiko wird somit von ihren administrativen und finanziellen Grundlagen aus neu eröffnet.
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