Das Theater der Macht: Sheinbaum stellt sein Drehbuch gegen Korruption vor
MEXIKO-STADT. – Präsidentin Claudia Sheinbaum Pardo ließ keine offenen Fragen offen. Angesichts der Ernennung von Ariadna Montiel Reyes zur neuen nationalen Führerin von Morena veröffentlichte der Präsident eine Rede, die wie für soziale Netzwerke geschrieben schien: „Heute ist es Zeit für Prinzipien, für Ehrlichkeit, für die Verteidigung der Souveränität und dafür, mit dem Volk Mexikos zusammen zu sein.“
Aber dabei blieb es nicht. Während seiner morgendlichen Konferenz im Nationalpalast ging Sheinbaum noch weiter: „Es ist Zeit, nicht zu stehlen, nicht zu lügen und das Volk nicht zu verraten, es ist immer Zeit dafür, aber heute mehr denn je.“ Klingt es wie ein Wahlkampfskript? Vielleicht. Aber in der realen Welt wiegen diese Worte wie Blei.
„Die einzige Alternative, die das mexikanische Volk hat, ist die Transformation. Diese Aufgabe fällt also dem neuen Präsidenten von Morena zu, wie es Luisa María sehr gut gemacht hat… Es ist an der Zeit, die Souveränität zu verteidigen und dem mexikanischen Volk auch Ehrlichkeit, Prinzipien und den Aufbau von Frieden zu garantieren.“
Und die Vorwürfe aus den USA?
Das Highlight im Raum sind natürlich die Vorwürfe Washingtons gegen zehn mexikanische Beamte wegen Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Sheinbaum wich dem Thema nicht aus. Mit der für sie typischen Mischung aus Empörung und Strategie platzte sie heraus: „Wir schützen niemanden. Unsere Bewegung ist mit einem ganz klaren Slogan an die Macht gekommen: Schluss mit dem Regime der Korruption und Privilegien.“
Und dann kam die Gegenreaktion. Die Präsidentin zählte die Erfolge auf, als würde sie ihre These verteidigen: mehr Einnahmen, Sozialprogramme, 13,5 Millionen Menschen aus der Armut. „Wie erklären Sie sich, dass wir durch das Land laufen können und die Leute uns begrüßen und umarmen können, wenn es Korruption gibt?“ fragte er rhetorisch.
Der Medienkrieg
Aber nicht alles ist gut. Sheinbaum verurteilte eine „Kampagne in den Medien, in den Netzwerken, die hauptsächlich von einigen Medien gefördert wird, die immer schlecht über uns und die mexikanische Rechte sprechen.“ Verschwörung oder Realität? In der Politik wie im Theater spielt jeder seine Rolle.
Die letzte Nachricht: Sheinbaum spielt seine Karten aus. Montiel hat die Aufgabe, Morenas Image aufzupolieren. Und in der Zwischenzeit baut die Präsidentin ihr Narrativ weiter aus: Ehrlichkeit, Souveränität und Wohlergehen. Wir werden sehen, ob die Öffentlichkeit das Ticket kauft.




