Der doppelte Notfall, der Urlauber begrüßt
Während die Bundesregierung behauptet, alles unter Kontrolle zu haben, steht den Stränden des Landes ein von zwei Umweltkrisen geprägtes Osterfest bevor. Einerseits eine Kohlenwasserstoffkatastrophe im Golf von Mexiko. Andererseits die massive Invasion von Sargassum in der Karibik.
In einer offiziellen Erklärung vom vergangenen Samstag heißt es, die Küstenstrände seien „sauber“ und die Kontrolle werde aufrechterhalten. Laut diesem Bericht wurden mehr als 700 Tonnen kohlenwasserstoffhaltiger Abfall gesammelt.
„39 Strände wurden gepflegt, was einer Gesamtküstenlänge von 480 Kilometern entspricht“, heißt es in der Erklärung.
Aber die Zahlen haben ihre eigenen Widersprüche. Umweltorganisationen sprechen von 630 Kilometern betroffener Küstenlinie. Das Gulf of Mexico Reef Corridor Network beschreibt die am stärksten betroffenen Gebiete in Veracruz: von Coatzacoalcos bis Tatahuicapan.
Das offizielle Drehbuch versus die Realität
Pemex meldete sich an diesem Sonntag zu Wort, um über soziale Netzwerke zu garantieren, dass die Strände von Veracruz „sauber, sicher und in optimalem Zustand“ seien. Er hat sogar ein Video mit einer sorgfältig ausgewählten Aussage geteilt.
„Seien Sie versichert, dass es keinen Schaden gibt. Alles ist völlig sauber“, sagt Ramiro García, ein Bewohner von Ejido el Tortuguero, in dem von der Parastatal veröffentlichten Material.
Die offizielle Darstellung spricht von mehr als dreitausend eingesetzten Elementen, 46 Schiffen und 45 Fahrzeugen. Eine beeindruckende Mobilisierung, die seltsamerweise mit dem Beginn der wichtigsten Ferienzeit des Jahres zusammenfällt.
Unterdessen leidet Quintana Roo am anderen Ende des Landes unter seiner eigenen Pest. Die am 27. März aktualisierte Sargassum-Ampel zeichnet ein besorgniserregendes Bild: 24 von 40 Stränden im südlichen Bereich sind aufgrund eines Überschusses dieser Makroalgen rot.
In „La Mañanera“ erkannte Claudia Sheinbaum das Offensichtliche: Die genaue Ursache des Phänomens „ist nicht sehr gut bekannt.“ Er nannte Abholzung und Klimawandel als mögliche Ursachen, während alternative Verwendungsmöglichkeiten für die Algen analysiert werden.
Zwei Krisen, das gleiche Muster: beruhigende Aussagen angesichts von Daten, die Zweifel aufkommen lassen. Mexikanische Strände begrüßen Touristen mit dem Versprechen von Normalität und sichtbaren Beweisen dafür, dass etwas schlecht riecht. Und es ist nicht nur eine Metapher.




