Wenn Hacker Poseidon spielen (aber mit weniger Stil)
Ah, Russland, das Land, das uns Ballett, Wodka und … Cyberangriffe auf Gefangene in Norwegen beschert hat! Denn nichts sagt mehr über „internationale Diplomatie“ aus als Hacker, die Wasserventile aufdrehen, als würden sie einen neuen Wasserhahn in Ihrem Haus testen. Nach Angaben der norwegischen Behörden gelang es diesen digitalen Hackern (wahrscheinlich eher mit technischen als sozialen Fähigkeiten), sich im April in die Systeme eines Staudamms einzuschleichen und den Wasserfluss für vier Stunden zu erhöhen. Das Ergebnis? Ein Schrecken für die Einheimischen und eine neue Folge von „Dinge, von denen Sie nicht wussten, dass sie gehackt werden können.“.
Die nasseste Destabilisierungskampagne der Geschichte
Die Direktorin des norwegischen Polizeisicherheitsdienstes, Beate Gangås, warnte, dass diese Cyberangriffe Teil einer Destabilisierungskampagne gegen westliche Nationen seien. Denn was gibt es Schöneres, als Chaos anzurichten, als sich mit der Wasserversorgung herumzuschlagen? Es ist nicht so, dass die Leute es brauchen oder so. AP hat mehr als 70 verdächtige Vorfälle in Europa verfolgt, alle mit dem unverkennbaren „Hey, wir haben das wahrscheinlich getan, aber wir können es nicht bestätigen“-Stempel, der bestimmte staatliche Akteure kennzeichnet.
Das Witzigste (falls das überhaupt lustig sein kann) ist, dass die Hacker ihre digitale Signatur hinterlassen haben: ein Video auf Telegram, das das Bedienfeld des Staudamms mit einem Zeichen einer pro-russischen Cyberkriminellengruppe zeigt. Denn wenn Sie ein internationales Verbrechen begehen wollen, warum sollten Sie es dann nicht aufzeichnen und in die Netzwerke hochladen? Insgesamt wird Bescheidenheit überbewertet.
Gangås erklärte in einem Briefing mit dem Titel „Sind wir im Krieg?“ (Spoiler: wahrscheinlich ja, aber nicht auf die traditionelle Art), dass diese Gruppen oft von staatlichen Akteuren genutzt werden, um ihre Macht zu demonstrieren. Im Grunde ist es das digitale Äquivalent eines Kindes, das „Schau, was ich tun kann!“ schreit, bevor es etwas kaputt macht.
Und für den Fall, dass irgendjemand dachte, es handele sich um einen Einzelfall: Gangås machte deutlich, dass Norwegen und andere europäische Länder von diesen Angriffen mehr erwarten können. Denn offenbar ist Cyberwar wie eine schlechte Staffel einer Serie: Mit jeder Folge wird es nur noch schlimmer.
Was kommt als nächstes? Das Wetter hacken? Nun, mit dem, was wir bisher gesehen haben, würde uns das nicht überraschen.
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