Der Vorhang, der sich nicht schließt
Die Zahlen sind ein Tiefschlag. Nach Angaben des Komitees zum Schutz von Journalisten (CPJ) kletterte Mexiko im Jahr 2025 weltweit auf den dritten Platz bei der Ermordung von Journalisten. Nur die Philippinen und Indien übertreffen uns. Aber das Ranking ist am unwichtigsten. Was schmerzt, ist die Straflosigkeit, die es aufrechterhält.
„Journalisten werden in Rekordzahlen ermordet, und das in einer Zeit, in der der Zugang zu Informationen wichtiger denn je ist“,
sagte Jodie Ginsberg, Direktorin von CPJ. Seine Stimme hat die Dringlichkeit von jemandem, der sieht, wie die Stücke aus dem demokratischen Gremium fallen.
Ein wiederholtes Skript: Bedrohung, Schutz, Kugel
Sechs Kollegen wurden letztes Jahr getötet. Fünf im Jahr 2024. Zwei im Jahr 2023. Die Grafik geht nach oben und tut weh. Doch das wirklich Skandalöse ist, dass die sechs Fälle aus dem Jahr 2025 ungelöst sind. Keine Häftlinge. Null Sätze.
Es ist das gleiche Drehbuch wie immer: kriminelle Einflussnahme auf die Behörden, weit verbreitete politische Korruption und eine Justiz, die ihre Dialoge mit unsichtbarer Tinte zu schreiben scheint.
Der föderale Schutzmechanismus für bedrohte Journalisten ist zu einem traurigen bürokratischen Witz geworden. Nehmen wir den Fall von Calletano de Jesús Guerrero.
„Obwohl er seit 2014 aufgrund von Drohungen im Zusammenhang mit seinem Journalismus unter Bundesschutz stand, wurde er im Januar 2025 erschossen. Seine Mörder wurden nicht identifiziert.“
Der Bericht hebt hervor.
Schutz vor dem Sturm war ein Papierschirm.
Der letzte Akt: die Fragen zum Schweigen bringen
Dies ist nicht nur eine mexikanische Tragödie. Es ist das Symptom einer globalen Krankheit. CPJ dokumentiert eine weitverbreitete Verschlechterung: eine nahezu rekordverdächtige Zahl an inhaftierten Journalisten im Jahr 2025, Hetzkampagnen und Gesetze, die darauf abzielen, den bloßen Akt der Berichterstattung zu kriminalisieren.
Digitale Belästigungen und physische Angriffe nehmen neben zunehmend feindseliger Rhetorik zu, selbst in Ländern, die sich demokratisch nennen.
Wenn sie einen Journalisten töten, beenden sie nicht nur ein Leben. Sie schließen ein Fenster, begraben eine Wahrheit, sie berauben eine Gemeinschaft ihres Rechts auf Wissen. Wie Ginsberg sagt:
„Wir sind alle in Gefahr, wenn Journalisten wegen ihrer Berichterstattung getötet werden.“
Die Bühne ist bereitet. Starke Schauspieler haben ihre Drehbücher. Die Frage ist, ob wir, die Öffentlichkeit, zulassen werden, dass der Vorhang vor der Wahrheit fällt.




