Wichtige Aussage im Prozess um Maradonas Tod
Nancy Forlini, Leiterin der häuslichen Pflege bei Swiss Medical, distanzierte sich an diesem Dienstag von den Vorwürfen um den Tod von Diego Maradona im Jahr 2020. Als behandelnde Ärzte des Stars nannte die Verwaltungsfachfrau den Neurochirurgen Leopoldo Luque und die Psychiaterin Agustina Cosachov.
Forlini ist einer von sieben Angeklagten wegen einfachen Mordes mit möglicher Absicht, ein Verbrechen, das mit einer Gefängnisstrafe von bis zu 25 Jahren geahndet wird. Der ehemalige Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft starb im Alter von 60 Jahren an einem Herzinfarkt während seines Heimaufenthalts, nachdem er sich wegen eines Subduralhämatoms operiert hatte.
„Die behandelnden Ärzte verlangten im Gegenteil keine komplexen Hilfsmittel oder Geräte“, erklärte Forlini, der erklärte, seine Aufgabe sei es, die beantragten Leistungen zu genehmigen.
Der Angeklagte versicherte, dass, da es sich um einen „VIP-Patienten“ handele, jeder Antrag zulässig gewesen sei. Er fügte hinzu, dass weder Luque noch Cosachov einen ständigen klinischen Arzt in Maradonas Haus beantragt hätten.
Gegenansprüche zwischen den Angeklagten
Forlini behauptete, dass Luque am 12. November 2020 nur einen wöchentlichen Arztbesuch als Konsultation beantragt habe. In Bezug auf Cosachov sagte er, er habe angedeutet, dass er „nachlässig sei, Medikamente nach einem strengen Zeitplan zu verabreichen und ein- oder zweimal täglich Vitalfunktionen zu messen“. Vor Tagen befragte Cosachov Swiss Medical wegen Nichtbefolgung seiner Anweisungen, etwa hinsichtlich der Anwesenheit eines klinischen Arztes, eines Neurologen und eines Krankenwagens.
Angehörige und Ärzte hatten bereits darauf hingewiesen, dass es im Haus an ausreichender Ausstattung, Krankenwagen und sanitären Einrichtungen mangelte. Eine Ärztekammer stellte 2021 fest, dass das Team Anzeichen eines kardiovaskulären Risikos ignorierte: Maradona litt an einer dilatativen Kardiomyopathie, die zu Herzversagen führte.
Angeklagt sind neben Forlini, Luque und Cosachov auch der Psychologe Carlos Díaz, der Arzt Pedro Di Spagna, der Pflegevertreter Mariano Perroni und der Krankenpfleger Ricardo Almirón. Sie alle bestreiten Fahrlässigkeit.




