Auf der Bühne des Shakespeare-Forums trafen zwei Künstlerdynastien aufeinander. Marimar Vega und Bruno Bichir präsentierten mit „Réquiem“ ein Werk, das bereits für Gesprächsstoff sorgt.
Bichir betonte das angeborene Talent seines Partners. „Es ist eine Freude, mit Marimar zusammenzuarbeiten. Sie kommt aus einer außergewöhnlichen Familie, seit sie klein war, war sie im Theater und das sieht man; das gibt ihr niemand, sie hat es nicht studiert, sie trägt es in ihrer Haut“, sagte sie während der Premiere.
Eine Geschichte von Moral und Gerechtigkeit
Die Handlung folgt der Staatsanwältin Emma Solís (Vega) und Pater Banks (Bichir) in einem Gefängnis in Texas. Banks muss einem elfjährigen Minderjährigen gestehen, der in dieser Nacht hingerichtet wird. Solís brachte den Minderjährigen wegen eines schweren Verbrechens in die Todeszelle.
Etwas mehr als eine Stunde lang debattieren die Charaktere über Moral, Gerechtigkeit, Glauben und Vergebung. Bichir wies darauf hin, dass die Todesstrafe jeden interessiere. In Mexiko sei es als Maßnahme gegen Kriminalität diskutiert worden, sagte er.
„Beide Standpunkte sind überzeugend. Es ist eine Debatte zwischen Liebe und Bestrafung, darum, eine Lektion zu erteilen und als Gesellschaft Ruhe zu finden, denn Gefängnisse sind Universitäten der Kriminalität“, erklärte er.
Themengültigkeit
Marimar Vega meinte, die Handlung sei aktueller denn je. „Wenn wir in unserem Land die Nachrichten über Kinder, Gerechtigkeit und Strafen sehen, ist das ein zeitgemäßes Gespräch. Wir machen als Gesellschaft etwas falsch. Gerechtigkeit muss diskutiert werden“, sagte er.
Die Öffentlichkeit reagierte begeistert. Am Ende kehrten die Schauspieler unter anhaltendem Applaus dreimal auf die Bühne zurück.




