Auf dem Weg zum Ruhm (oder zumindest zum perfekten Instagram)
Nach stundenlangem Kampf gegen das Meer, die Sonne und wahrscheinlich einen rebellischen Krampf haben 296 mutige – oder rücksichtslose – Kanus und Kanus das Unmögliche geschafft: mehr als 20 Kilometer im offenen Wasser zu rudern, um eine Heilige Maya-Reise nachzubilden. Der Preis? Bringen Sie das Orakel von Ixchel (die Göttin der Fruchtbarkeit, des Mondes und offenbar kosmischer Stoffe) zurück nach Polé, das heute als Xcaret bekannt ist. Denn wie könnte man eine antike Gottheit besser ehren als mit einem Themenpark im Hintergrund?
Schweiß, Tränen und… Marketing?
Die Szene war ebenso episch wie emotional: Als sie das Ufer erreichten, hoben die Ruderer – durchnässt in einer Mischung aus Schweiß, Salzwasser und Tränen der Anstrengung – ihre Ruder, als wären sie Trophäen. Andere entschieden sich für Gruppenumarmungen und einige entschieden sich für den klassischen Erleichterungsschrei. Und das alles, während die Zuschauer applaudierten und Kameras jeden Moment für den Kulturtourismus festhielten. Denn mal ehrlich: Was wäre eine alte Tradition ohne eine gute Werbekampagne?
Juanita Alonso, Direktorin der Cozumel Parks and Museums Foundation, verschwendete keine Zeit und betonte, dass diese Veranstaltung nicht nur die Maya-Identität rettet, sondern auch eine „Gelegenheit zur Förderung des Tourismus“ darstellt. Was für eine Überraschung. Unterdessen sagten die Teilnehmer – nach sechs Monaten Training und mentalen Kämpfen –, dass diese Erfahrung „Ihr Leben verändert“. Allerdings haben sich sicherlich auch ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber der Sonne und ihre Fähigkeit, Schmerzen zu ignorieren, verändert.
Der Abschied (oder nicht so) von „Inge“ Cruz
Inmitten so vieler Wasserdramen gab es Platz für eine Hommage an Daniel Cruz, alias „el Inge“, den ersten Kanuten, der die Reise zu Ende brachte und der angeblich in den Ruhestand geht … aber als Unterstützung weitermachen wird. Denn natürlich zieht sich in der Welt der heiligen Rituale und Themenparks niemand vollständig zurück. Miguel Quintana Pali, Gründer von Xcaret, lobte ihn als „den verschönernden Gärtner“ der Parks. Poetische Metapher oder wörtliche Beschreibung? Wer weiß, aber es hat dem Ganzen auf jeden Fall eine ergreifende Note verliehen.
Eine Führungskraft des Unternehmens war sogar fast erstickt, als sie ihm für seine 17 Dienstjahre dankte. „Danke, dass du mit deiner Seele ruderst“, sagte er in einem Satz, der sicherlich schon an irgendeiner Bürowand hängt. Währenddessen erholten sich die übrigen Kanuten weiter von der Leistung und fragten sich, ob sich das lohnte oder ob sie zumindest eine Ermäßigung auf den Parkeintritt erhalten würden.
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