Ein geheimer Bericht, den niemand hören wollte
Die US-Geheimdienste hatten es bereits klar und deutlich gesagt. Vor Beginn der aktuellen Militärintervention im Iran kam eine geheime Analyse zu einem unbequemen Ergebnis: Es sei unwahrscheinlich, dass eine Offensive einen Regimewechsel auslösen würde.
Ich weiß, es klingt wie ein Déjà-vu. Wie oft haben wir diesen Film gesehen? Hochtrabende Versprechen kollidieren mit komplexen Realitäten.
Was diejenigen sagten, die es wussten
Der im Februar vom National Intelligence Council erstellte Bericht brachte es direkt auf den Punkt. Laut Personen, die mit dem Dokument vertraut sind:
Weder begrenzte Luftangriffe noch eine breitere, längere Militärkampagne würden eine neue Regierung im Iran an die Macht bringen.
Und hier kommt das Interessanteste: Selbst wenn ein Teil der iranischen Führung eliminiert würde, würde das politische System wahrscheinlich versuchen, die Machtkontinuität aufrechtzuerhalten. Es geht nicht nur um Menschen, es geht um Strukturen.
Wenn ich mir diese Analyse ansehe, denke ich an all die früheren Konflikte, bei denen wir die Widerstandsfähigkeit politischer Systeme unterschätzt haben. Die Geschichte hat ein schlechtes Gedächtnis, aber Muster wiederholen sich.
Was mich beunruhigt, ist nicht nur, was in dem Bericht steht, sondern auch die Tatsache, dass es ihn schon vor der Intervention gab. Wurde es ignoriert? Wurde es minimiert? Die Fragen häufen sich, während sich die Konsequenzen in Echtzeit entfalten.
Für iranische Familien – und für alle Mütter und Väter, die die Nachrichten verfolgen – ist dies keine geopolitische Theorie. Das Leben ist unterbrochen, die Zukunft ungewiss. Und wenn sich die bisherigen Analysen als richtig erweisen, tut das gleich doppelt weh.




