An der Grenze zum Tschad tobt der Krieg im Sudan
Die Zahlen sind wiederum kalt. Siebzehn Tote. 66 Schwerverletzte. Doch hinter jeder Zahl, die Ärzte ohne Grenzen (MSF) von Tina meldet, steckt eine bröckelnde Realität. Ein Krankenhaus, das ohne Wasser und Strom auskommt und auf Generatoren und Sonnenkollektoren angewiesen ist. Ärzte, deren Medikamentenvorräte mit jedem neuen Patienten erschöpft sind.
„Ärzte versorgen Patienten ohne Wasser oder Strom und sind auf Generatoren und Sonnenkollektoren angewiesen“, sagte ein Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen.
Dies ist keine isolierte Episode. Es ist das jüngste Kapitel in einem Krieg, der laut UN bereits mehr als 40.000 Todesopfer gefordert hat. Und Hilfsorganisationen bestehen darauf, dass die tatsächliche Zahl viel höher sein könnte.
Tina: die letzte Bastion, die nicht fallen will
Was bei diesen Kämpfen zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces (FAR) auf dem Spiel steht, ist strategischer Natur. Tina ist eines der letzten Gebiete, die die Armee noch in der riesigen Region Darfur hält, einem Gebiet, das seit Oktober von der FAR kontrolliert wird.
Der nahegelegene Grenzübergang Tine ist nicht nur ein Punkt auf der Landkarte. Als der Hauptübergang in Adre jahrelang geschlossen war, war er die einzige Route für humanitäre Hilfe aus dem Tschad. Jetzt ist auch diese lebenswichtige Tür in Gefahr.
Die Reaktion des Tschad war drastisch: Die Grenze zum Sudan wurde „bis auf weiteres“ geschlossen. Es ist die gleiche Verteidigungsmaßnahme, die er unternommen hat, als dieser Konflikt im vergangenen April ausbrach. Ein verzweifelter Versuch, das Feuer einzudämmen, das bereits so stark gebrannt hat.
Unterdessen verändert der Krieg weiterhin sein Gesicht. War früher Khartum das Zentrum des Grauens, so sind nun Darfur und Kordofan die Epizentren. Dort sind Drohnenangriffe häufig und tödlich geworden, fordern immer mehr Opfer von Zivilisten und legen Hilfseinsätze lahm.
Die Frage bleibt, wie viel mehr diese Grenze aushalten kann und wie viel mehr die Menschen, die in der Mitte gefangen sind, aushalten können.




