Das politische Theater hinter dem neuen Filmgesetz
Nach Jahren scheinbar endloser Gespräche kam das Drehbuch endlich dort an, wo es hingehörte. Die Initiative für das neue Bundesgesetz über Film und audiovisuelle Medien liegt bereits in der Abgeordnetenkammer. Dies ist nicht nur ein weiteres Projekt: Es ist der ernsthafteste Versuch seit Jahrzehnten, die Spielregeln für unsere Filmindustrie neu zu schreiben.
Das Herzstück des Dramas ist Artikel 25. Dort wird endlich eine alte Wunde geklärt, die bis in die Zeit zurückreicht, als wir das Freihandelsabkommen mit den Vereinigten Staaten und Kanada unterzeichnet haben. Seitdem gab es theoretisch eine Kinoquote von 10 % für das nationale Kino. Theoretisch.
„Die Aussteller werden sich an die Gesetze und Vorschriften halten“, versicherte Mauricio Durán, Präsident von Canacine, EL UNIVERSAL.
Aber hier ist die grundlegende Änderung: Jetzt werden 10 % auf die Gesamtzahl der Funktionen in jedem Raum berechnet. Von einhundert Projektionen müssen zehn mexikanisch sein. Und es lohnt sich nicht, sie dienstags um drei Uhr morgens zu verstecken: Die Zeitpläne müssen gerecht sein.
Bußgelder, Schließungen und ein Staat, der Unterstützung verspricht
Das Innenministerium wird diejenige sein, die die Einhaltung überwacht. Und die Sanktionen haben keinen symbolischen Charakter: von Verwarnungen über Geldstrafen in Höhe des Fünfzehntausendfachen des Tageswertes der Maßeinheit bis hin zur vorübergehenden oder dauerhaften Schließung des Kinokomplexes.
Aber dieses Gesetz geht über traditionelle Räume hinaus. Artikel 26 verpflichtet digitale Plattformen, über einen relevanten und zugänglichen Bereich für nationale Inhalte zu verfügen. Es ist eine späte, aber entscheidende Erkenntnis: Der Kampf um die Leinwand wird mittlerweile auch im Streaming ausgetragen.
Das Dramatischste ist vielleicht das, was nicht direkt gesagt wird. Seit Fidecine und Foprocine im Jahr 2020 – auf Initiative des Präsidenten – verschwunden sind, befindet sich die staatliche Förderung des Kinos in einem beunruhigenden Schwebezustand. Focine wurde als Ersatz geschaffen, aber da es nicht im geltenden Gesetz enthalten ist, könnte es durch eine Verwaltungsänderung verschwinden.
In der neuen Initiative wird Focine offiziell als die Figur erwähnt, mit der das mexikanische Institut für Kinematographie nationale Produktionen unterstützen wird. Es verspricht, die Ressourcen schrittweise zu erhöhen … „je nach Verfügbarkeit des Staates“.
Jetzt kommt der letzte politische Akt: Diskussion in den Ausschüssen, Abstimmung im Plenum, Verabschiedung in den Senat. In dieser Sitzung muss alles passieren, damit dieses Skript nicht wieder in der vergessenen Schublade landet.




