Die Mencho-Listen: Ermittlungen laufen, Politiker (vorerst) raus
Omar García Harfuch, der Minister für Sicherheit, bestätigte, was alle erwartet hatten: Die angeblichen Gehaltsabrechnungen des Jalisco New Generation Cartel (CJNG), die in einer mit „El Mencho“ in Verbindung stehenden Hütte gefunden wurden, stehen auf dem Prüfstand. Aber er machte eine Klarstellung, die in den Korridoren der Macht Anklang finden wird: Bisher werden in diesen Ermittlungen keine Politiker genannt.
„Wir haben es nicht mit Politikern zu tun. Wir haben lokale Behörden und andere Sektoren, aber keine Politiker“, erklärte der Beamte eindringlich.
Die Erklärung wurde während einer Konferenz in Sinaloa mit Präsidentin Claudia Sheinbaum abgegeben. Seine Botschaft war klar: Der Ball liegt bei der Generalstaatsanwaltschaft (FGR). Sie sind die einzigen, die diese Dokumente validieren und entscheiden können, ob formelle Verfahren eröffnet werden.
Und die Bestechungsgelder an Polizei und Nationalgarde?
Als García Harfuch konkret nach den angeblichen Zahlungen an staatliche und bundesstaatliche Sicherheitskräfte gefragt wurde, die auf den Listen aufgeführt sind, gab er nicht nach. Er sagte, dass jedem Hinweis im Einklang mit dem Gesetz nachgegangen wird. Nicht nur in diesem Fall, sondern auch in jedem anderen.
Das Szenario, das er malt, ist folgendes: Es laufen aktive Ermittlungen gegen die Kommunal- und Landespolizei sowie andere Personen, die mit dem Kartell in Verbindung stehen. Aber der große Fokus der Aufmerksamkeit – die Namen politischer Persönlichkeiten – fällt dadurch auf, dass er fehlt … zumindest in dem, was die Behörden bereit sind, öffentlich preiszugeben.
Unterdessen hatte EL UNIVERSAL bereits das Ausmaß der Entdeckung aufgedeckt: eine improvisierte Narconomina, die Millionen von Pesos und Dollar pro Monat erfasste, eine Finanzkarte der kriminellen Kontrolle des CJNG in Jalisco. Ein Dokument, das der Zeitung zufolge die strenge Kontrolle der Gruppe über illegale Aktivitäten im Alltag zeige.
So sind die Dinge. Die Regierung sagt, sie verfolge die Spur von Geld und Namen. Doch vorerst führt diese Spur – offiziell – nicht zu irgendeinem Politiker. Die Frage, die bleibt, ist einfach: Ist das das Ende der Geschichte oder nur der erste Akt?




