Kontext und Kontroverse über frauenfeindliche Aussagen
Der Morenista-Abgeordnete Sergio Polanco Salaices, Mitglied des Kongresses von Baja California Sur (BCS), löste einen öffentlichen Skandal aus, als er während der Werbung für das Angelturnier „Copa Legisladores“, mit dem Spenden für weibliche Gewaltopfer gesammelt werden sollten, als frauenfeindlich erachtete Kommentare abgegeben hatte. In einem in sozialen Netzwerken ausgestrahlten Video erklärte der Gesetzgeber: „Es gibt einen Grund, warum sie sie angreifen müssen, vielleicht sind sie irgendwie schreiend“, was bei den Anwesenden, hauptsächlich Männern, für Gelächter sorgte. In der Aufnahme ist zu sehen, wie er versuchte, seine Worte mit dem Zusatz zu rechtfertigen: „Es macht keinen Sinn, aber wir müssen sie unterstützen“, was die Kritik noch verschärfte.
Aktivistenreaktionen und Analyse der sozialen Auswirkungen
Die Äußerungen der Abgeordneten wurden von feministischen Gruppen und Bürgern als „sexistisch, frauenfeindlich und beleidigend“ beschrieben. Alma Margarita Oceguera Rodríguez, eine auf Geschlechterfragen spezialisierte Aktivistin, wies darauf hin, dass diese Art von Äußerungen schädliche Stereotypen verstärken und Möglichkeiten zur Bekämpfung systematischer Gewalt verpassen. Georgina Noemí Hernández Beltrán, ehemalige lokale Vertreterin, betonte ihrerseits, dass „frauenfeindliche Witze“ die Kultur der Verachtung gegenüber Frauen normalisieren, insbesondere in einem Staat mit hohen Raten an Femiziden und häuslicher Gewalt.
Offiziellen Daten zufolge wurden im Jahr 2024 im BCS 3.344 Beschwerden wegen häuslicher Gewalt und 8 Femizide registriert, Zahlen, die die Dringlichkeit wirksamer Maßnahmen widerspiegeln. Staatliche Behörden haben zugegeben, dass Präventionsprogramme nicht die erwarteten Ergebnisse erzielt haben, was die Besorgnis über Aussagen wie die von Polanco Salaices verstärkt.
Öffentliche Entschuldigung und Forderungen nach Gender-Training
Angesichts des Drucks der Medien gab der Stellvertreter eine Erklärung und ein Video ab, in der er sich entschuldigte und einräumte, dass seine Worte „unangemessen und aus dem Zusammenhang gerissen“ seien. Er versicherte, dass seine Absicht nicht darin bestehe, Diskriminierung zu fördern, und versprach, „keine Verhaltensweisen zu wiederholen, die die Würde verletzen“. Soziale Organisationen fordern jedoch, dass er und andere Gesetzgeber eine obligatorische Schulung zur Geschlechterperspektive absolvieren, und argumentieren, dass Entschuldigungen nicht ausreichen, um fest verwurzelte kulturelle Muster auszurotten.
Der Vorfall ereignete sich im Rahmen des „Legislator Cup“, einer paradoxen Veranstaltung zur Finanzierung eines Schutzhauses für misshandelte Frauen, die Fragen zur Kohärenz des politischen Handelns aufgeworfen hat. Experten für politische Kommunikation betonen, dass dieser Fall die Notwendigkeit einer größeren Sensibilisierung in öffentlichen Positionen zeigt, um widersprüchliche Botschaften zu vermeiden.
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