Der Ton in Havanna wird härter, wenn die Lichter ausgehen
Miguel Díaz-Canel nimmt kein Blatt vor den Mund. In einem Fernsehinterview richtete der kubanische Präsident eine direkte Botschaft an Washington: Eine militärische Intervention wäre „kostspielig“ und hätte „Folgen für die regionale Sicherheit“.
„Es wird zu Kämpfen kommen und wir werden uns verteidigen“, erklärte er und machte deutlich, dass jeder Versuch eines Regimewechsels auf Widerstand stoßen würde.
Doch hinter der festen Rhetorik verbirgt sich eine alltägliche Realität, die für viele Kubaner unhaltbar wird. Und Díaz-Canel hat den Zusammenhang direkt hergestellt.
Die Krise, die in jedem Blackout spürbar ist
Der Präsident verknüpfte die schwere Energiekrise, die Schlüsselsektoren – Transport, Gesundheit, Produktion – lahmlegt, mit den US-Sanktionen. Ihm zufolge haben die Beschränkungen den Zugang zu Treibstoff erstickt.
„Kuba produziert nur einen Teil des Treibstoffs, den es verbraucht“, räumte er ein. Diese durch die Blockade verschärfte Abhängigkeit von außen ist die Achillesferse der Insel.
Hier ist das historische Muster: Jedes Mal, wenn die Spannungen zunehmen, verschärft Havanna den Diskurs, weist aber auch auf die menschlichen Kosten des wirtschaftlichen Drucks hin. Es ist ein Skript, das wir schon einmal gesehen haben.
In der Zwischenzeit bietet er einen Dialog an … allerdings mit Bedingungen. Er sagt, er sei zu Gesprächen mit den USA bereit, solange dies „ohne Bedingungen und mit gegenseitigem Respekt“ geschieht. Eine Formel, die Washington seit Jahrzehnten systematisch ablehnt.
Was wir haben, ist eine diplomatische Sackgasse. Washington hält den politischen und wirtschaftlichen Druck aufrecht. Havanna besteht darauf, sein Modell zu verteidigen und warnt vor regionaler Instabilität.
Und dazwischen suchen die Kubaner weiterhin nach kreativen Fortbewegungsmöglichkeiten – wie Rad- und Motorradfahrer, die mit Bussen durch den Tunnel fahren – während sie auf den nächsten Stromausfall warten.




