Das Ehrenamt, das zu viel wog
Das Außenministerium (SRE) hat Martín Camarena de Obeso die Erlaubnis entzogen, als Honorarkonsul der Philippinen in Guadalajara zu fungieren. Die Veröffentlichung im Amtsblatt der Föderation an diesem Montag machte offiziell, was viele bereits vermutet hatten: Eine Ernennung, die mehr als zwei Jahrzehnte gedauert hatte, endete innerhalb weniger Stunden.
Der Grund? Am selben Tag wurde bekannt, dass der Geschäftsmann laut journalistischen Recherchen Partner eines mit dem Jalisco Nueva Generación-Kartell verbundenen Unternehmens ist. Außenminister Juan Ramón de la Fuente unterzeichnete die endgültige Amtsenthebung zum 2. März 2026.
„Die Funktionsbeendigung gilt endgültig zum 2. März 2026“
Das Merkwürdige ist, dass Camarena erst kürzlich während der aktuellen Bundesverwaltung ratifiziert wurde. Seit 2002 war er ehrenamtlich tätig – ohne Vergütung – jedoch mit Vertretung in mehreren Bundesstaaten. Genau die Art von Position, die tadellos sein sollte.
Wenn Sanktionen mehr sagen als Reden
Der letzte Auslöser waren die Sanktionen des US-amerikanischen Office of Foreign Assets Control (OFAC) gegen ein Netzwerk von Unternehmen, die mit dem CJNG verbunden sind. Unter ihnen ist eine Immobilienfirma, bei der Camarena Partner ist.
Das Außenministerium hat schnell gehandelt, doch die unbequeme Frage bleibt: Wie lange kursieren diese Informationen schon in den offiziellen Korridoren? Laut SRE führen Honorarkonsuln nur kommerzielle und touristische Werbung durch, nicht jedoch Einwanderungsverfahren. Doch seine symbolische Darstellung hat mittlerweile einen sehr hohen politischen Preis.
Ein weiterer Fall, in dem ausländische Sanktionen mehr Aufsehen erregen als lokale Ermittlungen. Das institutionelle Gedächtnis scheint alle sechs Jahre ein Ablaufdatum zu haben, nur um unbequeme Termine zu erneuern.




