Die Geschichte, die nicht aufhören will, sich zu wiederholen
Die neue israelische Offensive im Südlibanon hat einen bitter vertrauten Beigeschmack. Es ist die Rückkehr des „Sumpfes“, der Begriff, der die lange und kostspielige Besetzung zwischen 1982 und 2000 beschreibt. Was mit klaren militärischen Zielen begann, entwickelte sich zu einem kräftezehrenden Konflikt ohne Ausweg. Und heute sehen Analysten mit Sorge: Das Muster wiederholt sich.
Die Regierung von Benjamin Netanjahu besteht darauf, dass diese Operation die Grenzsicherheit garantiere und die Hisbollah endgültig schwäche. Aber hier ist die Sache: Dies ist der fünfte israelische Einfall in libanesisches Territorium in den letzten Jahrzehnten. Jedes wurde als Endlösung verkauft. Die Wiederholung des Drehbuchs erzeugt mehr Zweifel als Gewissheiten.
Die menschlichen Kosten eines zyklischen Konflikts
Vor Ort sprechen die Zahlen für sich. Nach offiziellen libanesischen Angaben sind mehr als tausend Menschen gestorben, darunter Zivilisten, Gesundheitspersonal und Minderjährige. Die Bombenangriffe und die Ausweitung der Besatzung haben zu Massenvertreibungen und der Zerstörung wichtiger Infrastruktur geführt.
Die ohnehin fragile humanitäre Lage verschlechtert sich von Tag zu Tag. Doch über die Statistiken hinaus sprechen Experten wie Maha Yahya eine entscheidende Warnung aus:
Die Hisbollah entstand genau als Reaktion auf die israelische Besatzung in den 1980er Jahren. Eine erneute längere Intervention könnte ihre Legitimität stärken.
Das Risiko liegt auf der Hand: Nicht nur im Libanon, sondern in der gesamten Region wird ein neuer Teufelskreis der Gewalt angeheizt. Die Möglichkeit eines langen und zermürbenden Krieges wird erneut auf den Tisch gelegt, wie ein Geist, der nicht verschwinden will.
Die Frage, die in der Luft schwebt, ist unangenehm, aber notwendig: Wie oft muss man über denselben Stein stolpern, um die Lektion zu lernen? Das kollektive Gedächtnis des Libanon erinnert sich nur allzu gut daran, wie es das letzte Mal endete.




