Die Nordgrenze brodelt
Die Spannungen im Südlibanon stehen kurz vor dem Ausbruch. Netanjahus Regierung hat eine Bodenoffensive gestartet und ihre Militäreinsätze mit einem klaren Ziel ausgeweitet: der Hisbollah einen endgültigen Schlag zu versetzen.
Doch dieses Mal kommt es nicht nur aus der Luft. Es ist ein Fortschritt an Land, ein Terrain, in dem sich die Spielregeln ändern.
Eine Falle im Feld
Militäranalysten warnen vor der Gefahr. Im Himmel ist Israel klar überlegen. Am Boden, zwischen Bergen und Dörfern, schwindet der Vorteil. Dort gewinnt die Strategie der Hisbollah an Stärke.
Ihr Ziel ist kein konventioneller militärischer Sieg, sondern vielmehr die Einbeziehung israelischer Truppen in direkte Konfrontationen, um sie zu zermürben und den Konflikt zu verlängern.
Es ist die alte Taktik des Guerillakriegs: ohne definierte Frontlinie, mit ständigen Angriffen aus dem Schatten. Mit iranischer Unterstützung und ihrer Verankerung im Territorium sind sie in der Lage, Druck aufrechtzuerhalten, der für Israel sehr kostspielig sein könnte.
Unterdessen ist die Zahl der Menschen bereits erschreckend. Hunderte Tote und fast eine Million Vertriebene verschärfen eine humanitäre Krise, die kein Ende zu nehmen scheint.
Die Geschichte ist hier ein grausamer Lehrer. Frühere Zusammenstöße haben gezeigt, wie schwierig es ist, diese Miliz auszurotten. Netanjahu versucht, es zu schwächen und eine Sicherheitszone zu schaffen, aber der Ausgang ist ungewiss.
Ein Bodenangriff war immer die riskanteste Karte. Jetzt liegt es auf dem Tisch und der Libanon ist wieder einmal das Schlachtfeld.




