Die Insel geht wieder aus
Kuba ist diesen Sonntag aufgewacht und hat versucht, die Einzelteile seines elektrischen Systems wieder zusammenzusetzen. Wieder. Ein völliger Netzwerkzusammenbruch am Samstagabend ließ Millionen Menschen im Dunkeln. Es ist das dritte Mal seit Januar, als Washington die Ölsperre verschärfte, dass so etwas Massives passierte.
Wie kommt man dazu? In der offiziellen Antwort ist von einem „unvorhergesehenen Ausfall“ in einem Wärmekraftwerk in Camagüey die Rede. Aber die wahre Ursache ist ein perfekter Sturm, der sich seit Jahren zusammenbraut.
„Wir müssen uns daran gewöhnen, der gewohnten Routine zu folgen. Was machen wir?“ sagte Dagnay Alarcón, eine 35-jährige Verkäuferin. „Wir müssen versuchen zu überleben.“
Ein Problem mit vielen Schichten
Die Krise hat tiefe Wurzeln. Da ist zum einen die von Trump im Januar verschärfte Blockade, die Treibstoffimporte abwürgt. Kuba produziert nur 40 % seines Bedarfs. Der Rest hing von Venezuela, Russland und Mexiko ab. Dieser Fluss ist jetzt ein Rinnsal.
Der Vize-Energieminister gab es diese Woche zu: drei Monate ohne Erhalt von Diesel, Heizöl oder Benzin. Lebenswichtige Brennstoffe, um Strom zu erzeugen und eine bereits angeschlagene Wirtschaft anzukurbeln.
Auf der anderen Seite steht der Zustand der Infrastruktur. Die großen thermoelektrischen Anlagen sind mehr als 30 Jahre alt. Die Wartung war jahrzehntelang begrenzt. Es sind alte und müde Maschinen, die jetzt unter extremem Druck stehen.
Das Ergebnis sind tägliche, stundenlange Stromausfälle in Gebieten, hinzu kommen nationale Zusammenbrüche wie der am Samstag.
„Letzte Nacht konnte meine Tochter fast nicht schlafen … Unser Joghurt war verdorben“, beklagte Dilan Mena, eine 28-jährige Mutter, gegenüber der AP.
Die Auswirkungen sind brutal: Lebensmittel, die ohne Kühlung verderben, Probleme beim Kochen oder Wasserpumpen, Geräte, die durch Spannungsspitzen beschädigt werden, wenn der Strom wieder eingeschaltet wird.
„Wir haben diesen Schritt (die Schnitte) satt. Supermüde“, kommentierte Alfredo Díaz, Absolvent der Elektromedizin.
Die Behörden erkennen die Ernsthaftigkeit. In einigen Provinzen haben sie lokale „Mikrosysteme“ für Krankenhäuser und lebenswichtige Zentren geschaffen. In Havanna hatten am Sonntagmittag bereits mehr als 280.000 Nutzer Strom.
Aber es sind Patches. Die strukturelle Lösung scheint in weiter Ferne zu liegen. In der Zwischenzeit tun die Menschen das Einzige, was sie können: sich anpassen.
Die Frage, die in der heißen, dunklen Luft liegt, ist, wie lange sie noch durchhalten können.




