Ein Geist aus der Vergangenheit kehrt ins Schweizer Bankwesen zurück
US-Senator Chuck Grassley ließ kurz vor einer wichtigen Anhörung in Washington eine Bombe platzen. Ihm zufolge hat eine unabhängige Untersuchung 890 Konten bei der Schweizer Bank Credit Suisse mit möglichen Verbindungen zum Nationalsozialismus identifiziert.
Die Anhörung des Justizausschusses des Kongresses hatte ein klares Ziel: zu analysieren, wie Banken den Holocaust hätten erleichtern können. Und diese neuen Daten verleihen der Debatte eine explosive Wendung.
„Unter den entdeckten Konten befinden sich bisher unbekannte Aufzeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, die dem deutschen Außenministerium, einem deutschen Rüstungsunternehmen und dem Deutschen Roten Kreuz gehören“, erklärte der Gesetzgeber.
Es sind nicht nur Zahlen. Es sind Namen, Institutionen und eine Vergangenheit, die viele für begraben hielten. Grassley, der den Ausschuss leitet und diesen Fall seit Jahren verfolgt, wurde energisch: Diese Enthüllungen erzwingen die Wiederaufnahme früherer Ermittlungen.
Die Schweiz und ihre legendäre Bankdiskretion kämpfen seit Jahrzehnten mit den Schatten des Zweiten Weltkriegs. Nun kehrt die Credit Suisse ins Zentrum des Sturms zurück. Die Frage, die in der Luft hängt, ist unbequem: Wie viel gibt es noch zu entdecken?
Für die Opfer und ihre Familien ist dies keine alte Geschichte. Es ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, wie das Finanzsystem an einer menschlichen Tragödie beteiligt sein könnte. Und für die Aufsichtsbehörden ist es ein klares Signal: Manche Wunden heilen nie vollständig.




