Grenzspannungen erreichen den Verhandlungstisch
Fahrzeuge überqueren weiterhin die internationale Rumichaca-Brücke, aber zwischen Kolumbien und Ecuador zirkuliert kein guter Wille mehr. Nur Spannungen, Zölle und eine Energierechnung, die um 900 % in die Höhe schoss. An diesem Freitag saßen die Außenministerinnen Rosa Villavicencio (Kolumbien) und Gabriela Sommerfeld (Ecuador) in Quito, um zu versuchen, die Bombe zu entschärfen.
Der Funke wurde von Ecuador entzündet. Unter Berufung auf ein Handelsdefizit von fast 850 Millionen US-Dollar und mangelnde Zusammenarbeit bei der Grenzsicherung verhängte er Zölle von 30 % auf kolumbianische Produkte. Bogotá blieb nicht mit verschränkten Armen.
Die Reaktion war energisch: Zölle auf 20 ecuadorianische Produkte, Aussetzung des Stromverkaufs und Blockierung der Einfuhr von Reis. Darüber hinaus stellten sie die Nutzung einer ecuadorianischen Pipeline ein, nachdem die Kosten enorm gestiegen waren.
„Der Besuch erfolgt im Auftrag von Präsident Gustavo Petro und zielt darauf ab, konkrete Vereinbarungen zu treffen“, erklärte das kolumbianische Außenministerium.
Es ist das zweite persönliche Gespräch seit Beginn dieses Chaos. Der erste Fall fand in Panama statt, bevor die Sanktionen in Kraft traten. Jetzt ist der Ton dringlicher. Kolumbien zeigt sich zum Dialog bereit und hat sogar Unterstützung bei der Grenzkontrolle angeboten.
Das Merkwürdige ist die Bewegung hinter den Kulissen. Tage vor diesem Treffen bat Präsident Petro Donald Trump um Hilfe bei der Vermittlung. Wenn eine südamerikanische Regierung auf den „großen Bruder“ des Nordens hofft, ein Problem mit seinem Nachbarn zu lösen, ist das ein Zeichen dafür, dass die Dinge wirklich schlimm sind.
Die Frage ist nun, ob die Worte in Quito ausreichen werden, um Maßnahmen rückgängig zu machen, die bereits auf beiden Seiten der Grenze ins Schwarze treffen. Die Diplomatie hat das Wort, aber die Uhr tickt.




