Die Herde im Niemandsland: Eine epische Suche nach dem verlorenen Ziel
Mit einer Besorgnis, die nur mit der eines Fans verglichen werden kann, der um 3 Uhr morgens auf sein Handy schaut, bereitet sich Chivas auf das Spiel gegen Xolos am 6. Spieltag der Liga MX vor. Der Gabriel Milito Flock scheint bei einem Turnierauftakt, den man nur als „eigenartig“ bezeichnen kann, vergessen zu haben, dass das Ziel des Fußballs darin besteht, Tore im gegnerischen Tor zu schießen, und nicht nur darin, ästhetisch ansprechende taktische Bewegungen auszuführen.
Nachdem die Guadalajara-Mannschaft am dritten Spieltag ihre riesigen Fans mit einem epischen Comeback gegen San Luis (4:3) begeisterte – ein Spiel, das, seien wir ehrlich, wahrscheinlich ihre Glücksquoten für das Semester erschöpft hatte –, konnte sie keinen weiteren Sieg einfahren. Damit bleiben sie mit einem dürftigen Vorsprung von 3 Punkten am Ende der Tabelle verankert. Handelt es sich um eine Krise? Oder einfach eine „taktische Dekonstruktion“, die unser sterbliches Gehirn nicht verstehen kann?
Xolos: Die stabilen Nachbarn, die niemand zur Party eingeladen hat
Während sich die Welt auf das existentielle Drama von Chivas konzentriert, haben wir auf der anderen Seite der Medaille die Packung „Loco“ Abreu. Mit ihrer langweiligen Konstanz scheinen sie ein eher reguläres Team zu sein. Zwei Unentschieden, eine Niederlage gegen América (was, seien wir fair, den Besten passiert) und zwei Siege bilden ihre Dienstbilanz. Ihr jüngster Sieg war nichts Geringeres als gegen Pachuca im eigenen Heim (2:0), ein Ergebnis, das sie ohne viel Aufhebens mit 8 Punkten
auf den siebten Tabellenplatz bringt.
Sie führen nicht die Tabelle an, sie sind nicht die Mannschaft, über die alle reden, aber sie schlafen nachts friedlich und wissen, wo das gegnerische Tor ist. Ein revolutionäres Konzept, das wissen wir.
Die rot-weißen Fans ihrerseits hoffen im Glauben des Carbonero, dass sich Chivas bei ihrem Besuch an der Grenze nicht nur mit dem Ziel abfinden, sondern sich vielleicht sogar dafür entschuldigen kann, dass sie es in den letzten Wochen ignoriert haben. Die Hoffnung besteht darin, dass sie einen Spielstil festigen, der über „Touch-by-Touch“ hinausgeht, und sich daran erinnern, dass dieser riesige Bogen mit einem Netz am Ende tatsächlich der Ort ist, an den sie den Ball lenken sollten.
Das Datum des Schicksals (oder der Lächerlichkeit)
Dieses Duell der Gegensätze – die Mannschaft, die es nicht kann, gegen die, die es einfach kann – ist für diesen Freitag, den 22. August, um 21 Uhr im Estadio Caliente geplant. Ein sicher passender Name für die Hölle, zu der ein Abend für Chivas-Spieler werden kann, wenn sie nicht mehr wissen, wie man ein Tor feiert. Werden wir erleben, wie sich die Heilige Herde erlöst? Oder wird es eine weitere Nacht mit sterilem Ballbesitz, seitlichen Pässen und Blicken in den Himmel sein, die um göttliches Eingreifen bitten?
Das Schöne am Fußball liegt in seiner Unvorhersehbarkeit. Oder, in diesem Fall, in der masochistischen Hoffnung von Millionen, dass der Ball dieses Mal, bitte, reingeht.
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