Die jüngsten Besuche von Donald Trump und Wladimir Putin in China zeigten die unterschiedlichen diplomatischen Prioritäten Pekings gegenüber beiden Mächten. Obwohl Xi Jinping offizielle Zeremonien mit ähnlichen Elementen leitete, waren die Vereinbarungen und politischen Botschaften sehr unterschiedlich.
Gegensätzliche Strategien
Unter Trump versuchte China, die Spannungen nach monatelangen Handelsstreitigkeiten abzubauen. Xi bot besondere formelle Veranstaltungen und private Treffen an. Beide einigten sich darauf, eine „konstruktive“ Beziehung aufrechtzuerhalten und eine Konfrontation zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu vermeiden.
Stattdessen konzentrierte sich Putins Besuch auf die Vertiefung der strategischen Allianz. Beide Staats- und Regierungschefs überwachten die Unterzeichnung von mehr als 40 Kooperationsabkommen in den Bereichen Energie, Handel, Technologie und Medienaustausch. Sie unterzeichneten eine gemeinsame Erklärung, in der sie sich selbst als „wichtige Machtzentren in einer multipolaren Welt“ definierten und ihre Nähe zum Westen bekräftigten.
Der Taiwan-Faktor
Taiwan war bei beiden Treffen ein zentrales Thema. Moskau bekräftigte seine volle Unterstützung für die chinesische Position und lehnte jeden Unabhängigkeitsversuch ab. Die Vereinigten Staaten vertraten eine unklarere Position. Xi warnte Trump, dass Taiwan das heikelste Thema in den bilateralen Beziehungen sei und dass jeder Fehler zu einer Konfrontation führen könne.
Peking zeigte damit, dass sein Ansatz je nach Gesprächspartner unterschiedlich ist: Pragmatismus gegenüber den USA und stärkere strategische Ausrichtung auf Russland.




