Der peruanische Präsident besucht die Insel Santa Rosa inmitten diplomatischer Spannungen
Die Präsidentin von Peru, Dina Boluarte, traf diesen Freitag in einer symbolischen Geste auf der Insel Santa Rosa im Amazonas ein, um die Souveränität ihrer Nation angesichts des Territorialstreits mit Kolumbien zu bekräftigen. In Begleitung von Mitgliedern ihres Kabinetts, Sicherheitskräften und Gesetzgebern nahm die Präsidentin an einer offiziellen Veranstaltung teil, bei der sie zusammen mit den Anwohnern die Nationalhymne sang.
Starke Aussagen zur Souveränität
Während ihrer Rede bezeichnete Boluarte die jüngsten Maßnahmen, die ihrer Meinung nach die bilateralen Beziehungen beeinträchtigen, als „inakzeptabel“. „Die Souveränität Perus steht nicht zur Debatte“, betonte er und fügte hinzu, dass der Bezirk Santa Rosa de Loreto peruanisches Territorium sei und bleiben werde. Der Herrscher trug einen traditionellen Kopfschmuck mit amazonischen Federn, was die kulturelle Identität der Region hervorhob.
Dieser Besuch markiert Boluartes ersten Einfall in die Region seit seiner Machtübernahme im Dezember 2022. Der Kontext könnte nicht heikler sein: Der kolumbianische Präsident Gustavo Petro lehnte vor Tagen die peruanische Gerichtsbarkeit über die Insel ab, was eine Reihe diplomatischer Zwischenfälle auslöste.
Verhaftungen, die die Krise verschärfen
Die Spannungen eskalierten nach der Festnahme von drei kolumbianischen Bürgern, denen vorgeworfen wurde, ohne Genehmigung geografische Messungen durchgeführt zu haben. Ein peruanischer Richter ordnete seine vorläufige Haft für sieben Tage wegen des Verdachts des Angriffs auf die nationale Souveränität an. Obwohl einer von ihnen freigelassen wurde, bleiben zwei weiterhin auf der Insel inhaftiert, während die Ermittlungen andauern.
Kolumbien forderte ihre „sofortige Freilassung“ und bezeichnete die Tat als „Entführung“, während Peru diese Aussagen mit der Begründung zurückwies, dass die Festgenommenen gegen Grenzprotokolle verstoßen hätten. Kolumbianischen Quellen zufolge führten Arbeiter hydrografische Studien durch, um ein Dock in Leticia, einer Nachbarstadt, zu erweitern.
Frühere Vorfälle und geopolitischer Kontext
Diese Episode ist die dritte binationale Auseinandersetzung seit Wochen. Zuvor flog ein kolumbianisches Militärflugzeug über das Gebiet und ein ehemaliger Beamter hisste eine kolumbianische Flagge, die von den peruanischen Behörden entfernt wurde. Die 27 km² große Insel entstand im 20. Jahrhundert und beherbergt rund 3.000 Menschen in prekären Verhältnissen, denen es an Trinkwasser und grundlegenden Dienstleistungen mangelt.
Das Gebiet ist auch mit Problemen der grenzüberschreitenden Kriminalität konfrontiert, darunter Drogen- und Menschenhandel, die durch die begrenzte staatliche Präsenz noch verschärft werden. Analysten weisen darauf hin, dass der Streit kompliziert werden könnte, wenn bilaterale Dialogmechanismen nicht aktiviert würden.
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Quelle: AP Agency.




