72 Jahre später wird die Verfassung aktualisiert (und setzt schließlich die violette Brille auf)
Es scheint, als wäre es gestern gewesen, aber in Wirklichkeit ist es 72 Jahre her, seit den Frauen in Mexiko ein Grundrecht zuerkannt wurde: das Recht, zu wählen und gewählt zu werden. Um es ins rechte Licht zu rücken: Im Jahr 1953 war Elvis noch ein Teenager und niemand träumte von TikTok. Dieser Jahrestag blieb nicht unbemerkt, und das Wahlgericht der Judikative der Föderation (TEPJF) beschloss, ihn stilvoll zu feiern, nicht mit einer einfachen Party mit Kuchen, sondern mit einem Akt poetischer Gerechtigkeit: der Präsentation der Politischen Verfassung im violetten Look. Im Grunde ist es so, als würde man ein altes Foto filtern und plötzlich alle Details bemerken, die man zuvor ignoriert hat.
Die vorsitzende Richterin des TEPJF, Mónica Aralí Soto Fregoso, unsere Führerin auf dieser verfassungsrechtlichen Reise, veröffentlichte den wohl aktuellen Satz: „Ohne Parität ist die Demokratie nicht vollständig“. Und Junge, hat er recht? Es ist, als würde man ein Puzzle aus tausend Teilen zusammensetzen und feststellen, dass einem nur die Hälfte fehlt. In einem überfüllten Saal in Querétaro erinnerte sich Soto Fregoso nicht nur an den Weg, den er zurückgelegt hatte, sondern legte auch den Finger auf den wunden Punkt: Die eigentliche Herausforderung besteht nicht darin, anzukommen, sondern sie aufrechtzuerhalten und diese Teilnahme real und effektiv zu gestalten, nicht nur einen Gruß an die Fahne.
Von der Theorie zum Satz: Wenn Rechte Wirklichkeit werden
Aber was nützt eine schöne Verfassung, wenn sie nicht angewendet wird? Der Richter war klar: Die Arbeit endet nicht mit einer Sonderausgabe. Das Gericht wird weiterhin Urteile fällen, die nicht nur die politische Beteiligung von Frauen fördern, sondern auch jedes Verhalten, das gegen die Geschlechtergleichheit im öffentlichen Raum verstößt, rücksichtslos sanktionieren. Mit anderen Worten: Es reicht nicht mehr aus, Frauen in die demokratische Partei einzuladen; Jetzt müssen Sie sicherstellen, dass niemand auf Ihr Kleid tritt oder versucht, Ihnen das Mikrofon wegzunehmen.
Und an diesem Punkt konnte sie nicht umhin, den Elefanten im Raum (oder besser gesagt den Chef in Los Pinos) zu erwähnen: die erste weibliche Präsidentin Mexikos. Seine Existenz ist an sich schon ein starkes Symbol für den Fortschritt der Bürger. Er ist der lebende Beweis dafür, dass man am Ende den Gipfel erreichen kann, selbst wenn die Straße langsam und voller Schlaglöcher ist. Aber seien wir ehrlich, es ist noch ein langer Weg, bis dies keine Neuigkeit mehr ist und zur Normalität wird. An dem Tag, an dem eine Frau in der Präsidentschaft keine Schlagzeilen mehr macht, können wir den Sieg erringen.
Diese Sonderausgabe der Verfassung ist nicht nur ein weiteres Buch, das das Regal schmückt. Es ist ein pädagogisches Werkzeug und eine eindringliche Erinnerung. Ihr Ziel ist es, die Bedeutung der Menschenrechte von Frauen in der Magna Carta sichtbar zu machen. Es ist, als würde man mit einem fluoreszierenden Marker alle Teile hervorheben, die wir in der Vergangenheit ignoriert haben. Denn die Rechte sind da, geschrieben, aber manchmal müssen wir sie mit violettem Licht beleuchten, damit jeder sie sehen kann.
Die Veranstaltung brachte, wie jede gute offizielle Veranstaltung, die sich lohnt, eine Vielzahl von Funktionären zusammen. Sie reichten von der Richterin des Obersten Gerichtshofs, Claudia Valle Aguilasocho, und dem Richter Gilberto Bátiz García bis hin zur Ministerin Yasmín Esquivel Mossa und dem Präsidenten des INE, Guadalupe Taddei Zavala. Auch der Gouverneur von Querétaro, Mauricio Kuri González, und der Bürgermeister der Stadt, Felipe Macías Olvera, waren anwesend. Komm schon, es war an diesem Tag der angesagte Ort, das politische Äquivalent zur Vanity Fair.
Genau, Gouverneur Kuri steuerte seine Überlegungen bei und beschrieb diesen Jahrestag als „einen Aufruf zum Handeln“. Sie betonte die Notwendigkeit, die grundlegende Rolle der Frauen als Stützen des öffentlichen, demokratischen, institutionellen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens des Landes anzuerkennen und zu fördern. Es sind ohne Zweifel wunderschöne Worte. Die gemeinsame Aufgabe besteht nun darin, diese Rhetorik in konkrete Maßnahmen und reale Budgets umzusetzen. Denn es hat keinen Sinn, jemanden eine Säule zu nennen, wenn man ihm nicht die Ressourcen zur Verfügung stellt, um das Dach zu stützen.
Dieser Jahrestag ist mehr als eine einfache Gedenkfeier, er funktioniert wie ein Thermometer. Es misst, wie weit wir fortgeschritten sind, seit Frauen Bürgerinnen zweiter Klasse waren, und wie weit wir noch gehen müssen, um eine echte paritätische Demokratie zu erreichen. Dabei geht es nicht nur um Quoten oder Gesetze, sondern um einen tiefgreifenden Kulturwandel. Eine Veränderung, bei der die Beteiligung von Frauen kein Zugeständnis, sondern eine unbestreitbare Tatsache ist. Wo der „Violet Gaze“ nicht nötig ist, weil Gleichheit einfach die Norm ist.
Der Kampf um politische Wahlrechte ist ein Marathon, kein Sprint. Und obwohl wir wichtige Kilometer gewonnen haben, ist das Rennen noch nicht zu Ende. Jede Entscheidung, jede Reform, jede Verfassung mit einer Geschlechterperspektive ist ein weiterer Schritt in Richtung eines Ziels, über das zukünftige Generationen hoffentlich nicht einmal nachdenken müssen.
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