Die Regierung der Vereinigten Staaten erhob eine formelle Anklage gegen Carlos Páez Pereda, alias „Carlitos“ oder „Carlitos Rugrats“, wegen Drogenterrorismus und materieller Unterstützung des Terrorismus. Er wird als mutmaßlicher hochrangiger Leutnant des Sinaloa-Kartells identifiziert, der für den Handel mit Fentanyl, Kokain und Methamphetaminen in US-Territorium verantwortlich ist.
Die Anklage wurde beim Gericht des südlichen Bezirks von Kalifornien eingereicht. Nach Angaben der Behörden führte Páez eine gewalttätige Fraktion namens „Rugrats“ an, die mit der Struktur von Ismael „El Mayo“ Zambada verbunden ist.
„Die heutige Anklageschrift unterstreicht die Entschlossenheit des FBI, die gewalttätigsten Elemente des Sinaloa-Kartells zu zerschlagen“, sagte Mark Remily, der für das FBI-Büro in San Diego zuständige Spezialagent. „Die Rugrats haben in Mexiko zu brutaler Gewalt geführt, die sich bis in die Vereinigten Staaten erstreckt, und zu einem unerbittlichen Strom tödlicher Drogen in unsere Gemeinden geführt.“
Details zur Anschuldigung
Gerichtsakten zufolge betrieb Páez ein Produktions- und Vertriebsnetz für Methamphetamin, Fentanyl und Kokain. Ihm wird außerdem vorgeworfen, auf Morde, Entführungen und bewaffnete Gruppen zurückgegriffen zu haben, um die Befehle des Kartells in Sinaloa und Tijuana durchzusetzen. Die DEA stellte fest, dass seine Organisation Gewalt anwendete, um ihre Aktivitäten zu schützen.
DEA-Spezialagent James Nunnallee sagte: „Jahrelang hat Pereda angeblich die Drogenkrise angeheizt, indem er tödliche Drogen in die Vereinigten Staaten schmuggelte und gleichzeitig Gewalt, Einschüchterung und Angst einsetzte, um seine kriminelle Organisation zu schützen.“
Es wird geschätzt, dass Páez Zehntausende Kilogramm dieser Substanzen importiert und Hunderte Millionen Dollar gewaschen hat. Im September 2025 bezeichnete ihn das Office of Foreign Assets Control (OFAC) als Drogenboss und sperrte seine Vermögenswerte in den USA.
Mögliche Strafen
Für die Anklage wegen Drogenterrorismus könnte „Carlitos Rugrats“ eine Freiheitsstrafe von mindestens 20 Jahren und bis zu lebenslanger Haft sowie eine Geldstrafe von 20 Millionen US-Dollar erhalten. Der Vorwurf basiert auf der Einstufung des Sinaloa-Kartells als Terrororganisation durch die Regierung Donald Trump.
Staatsanwalt Adam Gordon kommentierte: > „Man kann keine Zeichentrickfigur fangen. Aber man kann einen Drogenterroristen fangen“, womit er auf den Namen der Fraktion anspielte, die vom Rugrats-Cartoon inspiriert wurde.
Páez, 30 Jahre alt und ursprünglich aus Laguna Colorada, Sinaloa, hat früher in sozialen Netzwerken mit Waffen angegeben. Er wurde mit René Arzate García, dem Leiter des „Los Mayos“-Platzes in Tijuana, in Verbindung gebracht.