Das Privileg, das nicht jeder hat
Sieben Gemeindepräsidenten von Campeche haben gerade ihren Finger auf die wunde Stelle gelegt. Sie lehnten die Wiedereinführung der Zuständigkeit für Gesetzgeber und Beamte, die der Staatskongress an diesem Montag genehmigt hatte, rundweg ab. In einer Erklärung machten die Stadträte deutlich: Diese Maßnahme schwächt die Gleichheit vor dem Gesetz, die Transparenz und nährt das altbekannte Gefühl der Straflosigkeit.
Die historische Erinnerung, die Ihnen Unbehagen bereitet
Die Bürgermeister nahmen kein Blatt vor den Mund. Sie erinnerten daran, dass Persönlichkeiten wie AMLO und Claudia Sheinbaum die Abschaffung der Gerichtsbarkeit befürworteten, nicht ihre Wiederherstellung. Sie zitierten den Präsidenten und fragten das Offensichtliche:
„Ich bin nicht zuständig, warum haben sie das?“
Eine Frage, die im aktuellen Kontext chirurgische Ironie widerspiegelt.
Der Konflikt schwelt seit Monaten. Alles begann mit dem vorgeschlagenen Einkommensgesetz 2026, das Schulden in Millionenhöhe vorsah. Die kritische Haltung des damaligen Kongresspräsidenten José Antonio Jiménez Gutiérrez führte zu Spannungen mit Gouverneurin Layda Sansores.
Was folgte, war das klassische Drehbuch der gegenseitigen Anschuldigungen. Abgeordnete von Morena bestritten einen mutmaßlichen Festnahmeversuch gegen Jiménez Gutiérrez und nannten ihn „einen Angriff zur Destabilisierung“. Aber die Zahlen lügen nicht: Nur sechs Abgeordnete der Moreno-Partei unterstützten Sansores.
Der Rest der Bank und andere Parteien stimmten dagegen. Die interne Spaltung wurde deutlich, ebenso offensichtlich wie unangenehm.
Während sich die Bürgermeister gegen diesen Rückschlag aussprechen, hat der Kongress bereits Ja gesagt. Die Kontroverse bleibt offen und wirft das ewige Dilemma auf: Wie weit reichen die rechtlichen Privilegien derjenigen, die der Öffentlichkeit dienen sollten?
Die Antwort riecht vorerst eher nach alter Politik als nach Rechenschaftspflicht.




